Der Newsletter des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e.V. wird an Mitglieder des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e.V. per eMail verschickt.

Kirchenpädagogik aktuell Infobrief März 2017

Sehr geehrte Damen und Herrn, 
Liebe Mitglieder des Bundesverbandes,

jüngst erschienen aus der Feder Christian Lehnerts (evang. Theologe, Dichter)  seine ‚Fliegende(n) Blätter von Kult und  Gebet‘ mit dem Buchtitel „Der Gott in der Nuß“. Als kleines Amuse gueule daraus  hier einige Sätze: 
„Stillgebet. -Das langsame Kreisen der Kugellampen aus geriffeltem  Glas läßt helle Flecken an der Kirchendecke tanzen, wirr und doch geordnet. Die Heizung unter den Bänken knackt laut, während die  Orgel einsetzt zum Präludium. Widrige Umstände – wie soll ich hier etwas  empfinden können von ‚Gott‘? … Wenn ich betend anklopfe, habe ich einen bestimmten Willen nach ‚etwas‘, ein Begehr. Wenn mir geöffnet wird, sei’s ein vager Spalt, ist dies bereits unverständlich geworden. Ich weiß nicht mehr was ich eben suchte … ‚Gott’, das bedeutet jetzt: Es lauscht und wartet … ‚Nichts also wäre ich, mein Gott, ja gar nicht wäre ich. Wenn du nicht wärst in mir.“ (S. 15f.)

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit der Stille und Einkehr in den 40 Tagen auf Ostern hin freundlich grüße ich Sie, Ihr Christoph Schmitt

Redaktionsschluss für Mitteilungen und Informationen der nächsten Ausgabe (bitte notieren und gegebenenfalls Informationen an mich senden): Donnerstag, 20.04.2017 (erscheint im Mai 2017)

(1)       Ein Blick durchs Land …

Du siehst mich … ist das Motto des DEKT in Berlin/Wittenberg. Und wer auf die Messe nach Berlin kommt und den Stand 2.2-F1 mit der Mitwirkendnummer MA382411 besucht, der sieht auch die Menschen, die sich für Kirchenpädagogik engagieren und mit dem Bundesverband ein Gesicht geben.

Und ein solch sichtbares Gesicht, das interessierte Menschen beim Kirchentag sehen könnten, könnte genau Ihres sein!

Dazu müssen Sie, liebe Mitglieder, nichts anders tun, als nach Berlin zu kommen und sich ein paar Stunden Zeit für einen Standdienst zu nehmen. Halt – eines sollten Sie unbedingt vorher noch tun: sich bei unserem Mitglied Wolfgang Schneider (s. im Standbild der nette junge Mann im gelben Hemd) sich melden ( schneider.c-w@web.de / 02302 62204) – am besten bis zum 15.032017. Wolfgang Schneider schreibt:

„Der Stand am Do 25.05. muss und am Fr 26.05. von 10:30 - 18:30 Uhr und am Sa 27.05. von 10:30 - 17:30 Uhr betreut werden. Die Erfahrungen der bisherigen Kirchentage hat gezeigt, dass sinnvollerweise 2 - 3 MitarbeiterInnen gleichzeitig vor Ort sind – denn manchmal gibt es längere, intensivere Gespräche, und eine kleine Erholungspause soll ja auch dann möglich sein.

Bewährt hat sich die Einteilung in mehrere Schichten pro Tag: 10:30 bis 13:30 Uhr; 13:30 bis 6:00 Uhr und 16:00 bis 18:30 Uhr.

Wünsche für bestimmte Schichten nehme ich gerne entgegen, muss mir aber eine sinnvolle Verteilung (natürlich nur nach Rücksprache) vorbehalten.

Wer sich noch beteiligen möchte, der meldet sich möglichst bis Mitte März bei mir. Die Standbetreuung macht viel Freude und alle, die sich immer wieder engagieren, freuen sich über weitere MitarbeiterInnen, die den Bundesverband vorstellen, von seiner Arbeit erzählen und natürlich auch Rede und Antwort stehen  wollen zur Kirchenpädagogik in persönlichen Gesprächen.

Und noch ein Hinweis: Am Fr 26.05. wird es in der Friedenskirche in Potsdam zwischen 14:30 und 16:30 Uhr eine kirchenpädagogische Veranstaltung geben. Ansprechpersonen sind Maria von Fransecky und Gisela Donath.“

Berlin ist eine Reise wert – immer. Und erst recht, wenn wir als Bundesverband mit unserem Stand die Kirchenpädagogik beim Kirchentag vertreten dürfen. Also, schon jetzt daran denken, einen Koffer in Berlin stehen zu lassen – und hier schon ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Schneider für das wiederholte Mal, die Sache rundum gut zu organisieren!

… Augsburg … Mitgliederversammlung … September 2017 … WAHLEN …

Liebe Mitglieder, in der Zeitschrift haben Sie schon den neuen Termin der Mitgliederversammlung 2017 lesen können (21. bis 23.09.) und aus dem Vorstandsbericht von der letzten MV in Salzburg wissen Sie auch, dass in diesem Jahr wieder Wahlen zum Vorstand des Bundesverbandes anstehen. Die Satzung sieht vor (§ 9), dass sich der „Vorstand […] zusammen[setzt] aus der Vorsitzenden oder dem Vorsitzenden, den beiden stellvertretenden Vorsitzenden, der Schriftführerin oder dem Schriftführer und der Schatzmeisterin oder dem Schatzmeister. Die Legislaturperiode beträgt 3 Jahre“ Wählbar ist jedes natürliche Mitglied oder die benannte Vertreter_in eines institutionellen Mitglieds. Wiederwahl ist zulässig.

Die Mitgliederversammlung  bestimmt bei der Mitglieder-versammlung eine Wahlleitung zur Durchführung der Wahl; die Mitgliederversammlung bestimmt ebenso die Grundsätze des Wahlverfahrens. Dazu hat die Mitgliederversammlung in der geltenden Geschäftsordnung von 2005 festgehalten, dass Wahlen mit der einfachen Mehrheit der anwesenden Mitglieder erfolgen und auf Antrag eines Mitgliedes eine Wahl geheim durchzuführen ist.

Damit wir über den Infobrief im Sommer (erscheint Anfang Juli) über die bis dahin feststehenden Kandidatinnen und Kandidaten Informationen in Wort und Bild an die Mitglieder weitergeben können, sind Sie schon jetzt aufgerufen, darüber nachzudenken, ob Sie selbst kandidieren wollen oder eine Person vorschlagen möchten, die ich dann bitten kann, sich im Newsletter vorzustellen. Schreiben Sie mir auf die Mailadresse kirchenpaedagogik-news@gmx.de oder wenden Sie sich an den Vorstand (Adressen s. Homepage) – die Vorstandsmitglieder können Ihnen gerne auch Informationen über die Aufgabenfelder und den Umfang geben.

(2)       Mitgeteilt …

Das Pädagogisch-Theologisches Institut der Nordkirche (Inge Hansen weist auf folgende Angebote hin:

Ein kirchenpädagogischer Spaziergang durch Kunst und Architektur am DO 30. März 2017, 10 bis 17 Uhr im Dom zu Ratzeburg (ein Seminar zu Romanik, Gotik & Co als Vorbereitung auf die Studienfahrt nach Hildesheim) - Kosten 15 Euro (Getränke, Imbiss, Material) - Anmeldung bis 24.2.2017 über pti.nordkirche.de/veranstaltungen

Reformation in Hamburg und Altona – ein Seminartag am DO 6. April 2017 zwischen 10:30 und 17.30 Uhr in Kirchen in HH-Altona. Kosten 15 Euro (Getränke, Imbiss, Material) - Anmeldung bis 3.3.2017 über pti.nordkirche.de/ veranstaltungen

Ökumenische Studienfahrt: Kirchenräume – Kirchenträume: Auf den Spuren der Romanik  - vom FR 5. Mai bis SA 6. Mai 2017; Ziel sind der Dom St. Mariä Himmelfahrt und die Michaeliskirche in Hildesheim. Ein Angebot in Kooperation mit Jens Ehebrecht-Zumsande, Erzbistum Hamburg. Kosten 130 Euro (Reise, Ü/Verpflegung, Führungen vor Ort). Anmeldung bis 4.4.2017 über inge.hansen@pti.nordkirche.de.

Denkmal-aktiv – eine Schulklasse erforscht St. Annen in Berlin-Dahlem
„Kinder und Jugendliche für Kulturerbe und Denkmalschutz zu begeistern“ ist das Anliegen des Schulprogramms der Deutschen Stiftung Denkmalschutz („denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“). 2016/17 haben 86 Schulen in Deutschland daran teilgenommen. Darunter war die Klasse 5a der Alt-Schmargendorfer Grundschule, die die St.-Annen-Kirche kennen lernen sollte. Die Kirchenpädagogin der EKBO, Maria v. Fransecky, organisierte den Kontakt und entwickelte das Projektprogramm mit dem Pädagogen-Team der Schule am 11.11. und am 9.12.2016. Erschlossen wurde besonders das Wandgemälde (14. Jhdt.) mit einer Anna-Selbdritt-Darstellung und der Altarschrein mit einer Anna-Selbdritt . mit einem Suchspiel konnten die Schüler_innen sich den Kirchenraum erschließen. Als fächerübergreifendes Lernen (ev. Religionsunterricht, Geschichte, Kunst) wurden den Schüler_innen klar, dass Kirche kein Museum ist, sondern Haus Gottes, in dem die Gemeinde Gottesdienst feiert Gottesdienst und die Kunstwerke Ausdruck einer christlich-religiösen Kultur sind. Über die Herausforderung und die Techniken der Restaurator_innen erfuhren die 10-Jährigen auch eine Menge. Beim zweiten Tag fertigten die Schüler_innen Bleistiftzeichnungen der Anna-Selbdritt und trugen diese auf einem großen Plakat zusammen. Abschließend wurde der Kirchenbau und die Siedlungsgeschichte Dahlems in den Blick genommen, auch durch einen Rundgang durch das Dorf Dahlem. Mehr Informationen zu denkmal-aktiv: http://denkmalaktiv.de/schulprojekte.

Das Redaktionsteam tagte …          
vor Fasching in Würzburg und hat eine bei naßkaltem Wetter dennoch eine gute Grundkonzeption für das nächste Heft der Zeitschrift kirchenpädagogik entwickelt. Ein Akzent wird auf den Verkündigungsorten Kanzel – Ambo liegen, mit Basisbeiträgen und kirchenpädagogischen Praxisbeispielen, desweiteren wird es unterschiedliche Berichte aus der Praxis, Besprechungen von Neuerscheinungen und Berichte von Veranstaltungen (DEKT; Jahrestagung Augsburg) geben. Wer noch einen Beitrag beizusteuern hat, möge sich an die Redaktionsleitung, Gisela Donath, wenden. Redaktionsschluss ist der 1.6.2017 (s. auch Heft 2016).

Zelt – Burg – Schiff: Geheimnisvolle Orte, faszinierende Geschichten. Exkursion zu herausragenden Kirchen im Raum Gelsenkirchen –  Gladbeck – Marl. 1. April 2017 (10 bis 16:45 Uhr)    
Herausragende Kirchenbauten der 60er Jahre kommen in den Fokus dieser Kirchenrundfahrt. Infos und Anmeldung: Martina Kampmann, Tel: 02 31 - 54 09-15, martina.kampmann@ebwwest.de. Treffpunkt Evangelische Friedenskirche, Königsberger Straße 120, 45881 Gelsenkirchen-Schalke. - 25,00 €. Referent_in: Dr. Ulrich Althöfer (Kunsthistoriker) und  Antje Rösener (Pfarrerin, Geschäftsführerin).

 (3)      Aufgelesen …

Maria von Fransecky, Die Toten und wir Lebenden. Besuch in der Gruft des Berliner Doms. Aus meiner kirchenpädagogischen Praxis mit Schülerinnen und Schülern.  In: zeitsprung. zeitschrift für den religionsunterricht in berlin & brandenburg 2/2016, 15-17.

Das Münster / 69. Jahrgang, 4 (2016), Schwerpunkt: Straße der Moderne

Das Heft greift die online-Ausstellung moderner Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts auf.

Ellwardt, Kathrin: Vermittlung von kirchlichem Kunstgut im Rahmen von Führungen. 1. Auflage. 2016.

Pfeifer, Michael (2016): Bekleiden und Verhüllen. Eine Differenzierung. In: Gottesdienst 50 (6), S. 52.

Riegel, Ulrich; Kindermann, Katharina (2016): Why leave the classroom? How field trips to the church affect cognitive learning outcomes. In: Learning and Instruction 41, S. 106–114. DOI: 10.1016/j.learninstruc.2015.10.004.

Wegmann, Susanne (2016): Der sichtbare Glaube. Das Bild in den lutherischen Kirchen des 16. Jahrhunderts. In: Spätmittelalter, Humanismus, Reformation. Online verfügbar unter http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?id=0e04143dcaef4e9683e1ccc5d7ed2524&prov=M&dok%5Fvar=1&dok%5Fext=htm.

König, Hildegard (2016): Unangepasste Transzendenz - zeitgenössische Kunst im Kirchenraum. In: Raumkonzepte in der Theologie, S. 113–125.

Thiel, Markus (2016): Glaubens epicenter" - wie Kirchenarchitektur wirkt. In: Lebendige Seelsorge 67 (3), S. 211–217.

Open Spaces. Räume religiöser und spiritueller Vielfalt, hrsg. Von Thomas Erne, Peter Noss und Christian Bracht, (=KBl; 10), Kromsdorf/Weimar : Jonas-Verlag 2016. 175 S. 126, meist Farbabb. – ISBN 978-3-89445-532-3. – 20 €.
Aus einem Studientag „Viele Religionen -  ein Raum!?“ 2013, organisiert von Thomas Erne, Peter Noss und Bärbel Beinhauer-Köhler und einer Ausstellung in den Räumen des EKD-Instituts für Kirchenbau in Marburg ist dieser Sammelband hervorgegangen. Dokumentiert werden damit sowohl wichtige Teile der Ausstellung wie auch der Diskussion um Möglichkeit, Grenzen und Perspektiven multireligiöser Räume, unter besonderer Berücksichtigung auch der architektonischen und innenräumlichen Gestaltung.  Zu Wort kommen die Perspektiven der Theologie, der Kunst­ und Religionswissenschaften, Architektur, Fotografie und Soziologie. Der Beitrag von Almut Berchtold/Christian Bracht (Multireligiöse Räume - ein neuer sakraler Bautypus? Überlegungen zur Fotoausstellung Multireligiöse Räume des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg) findet durch Analyse ausgewählter Beispiele noch keinen wirklich neuen Typus, wenn man auch an verschiedenen Bauelementen gestalterische Wiederholungen auftauchen. Thomas Erne (Religiöse Pluralität und ästhetische Indifferenz. Multireligiöse Räume und die Kunst) richtet den Blick darauf, wie aus ästhetischen Grundannahmen Räume geschaffen werden können, die von unterschiedlichen Religionen für religiöse Praktiken genutzt werden können. Multireligiöse Räume gelingen danach dann am ehesten, je weniger religionsspezifisch sie gestaltet werden, während sie durch Kunst den erforderlichen religiös-offenen Charakter erhalten. Wie künstlerische Gestaltung aussehen kann zeigt der Beitrag von Markus Zink (Multireligiöse Räume mit Kunst gestalten) mit dem Blick z.B. in eine JVA, einen Messe-Raum oder ein Hospiz. Die Auswirkung unterschiedlicher Ansätze einer Theologie der Religionen zeigt Peter Noss (Inklusion,Exklusion und Differenz als theologische Kriterien für die Konzeption multireligiöser Räume) an Beispielen von Hamburg über Frankfurt, Hamm, Berlin, Düsseldorf bis nach Bern. Alexander-Kenneth Nagel fragt aus der Sicht der Soziologie nach Funktion und Nutzen multireligiöser Räume in unserer Gesellschaft. An konkreten Funktionsaufgaben ausgerichtete Gebäude werden in der Perspektive multireligiöser Nutzung in den Blick genommen durch Joachim Raab (Zwischen Diesseits und Jenseits. Zur Gestaltung von Abschiedsräumen), Katharina Scholl (Räume in Justizvollzugsanstalten) und Christian Galle für einen Raum der Stille an der Uni Göttingen. Gerdi Nützel zieht aus den Erfahrungen mit realisierten multireligiösen Räumen notwendig zu beachtende Folgerungen für weitergehende Entwicklungen (Shared Space - Konsequenzen der religiösen Pluralisierung für die gemeinsame Gestaltung religiöser Räume). Schließlich schaut der Bonner kathol. Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards auf die Möglichkeiten, in multireligiösen Räumen Liturgie zu feiern und stellt fest, dass seit Assissi 1986 mit ersten Ansätzen interreligiösen Feierns durch politische und gesellschaftliche Veränderungen eine verhaltenere Position vorfindlich sei. Der Blick auf moderne Kirchenbauten, von denen längst nicht mehr alle allein für den christlichen Gottesdienst genutzt werden, könnte eine Umnutzung auch in Richtung multireligiöse Räume gehen, weil diese Räume schon das ‚Sakrale‘ in sich trügen. Zwischen den einzelnen sind eingeflochten Statements der Fotografen und entsprechende Bildstrecken der Ausstellungsobjekte.

Alex Stock, Poetische Dogmatik: Ekklesiologie. Band 2: Zeit, Paderborn : Verlag Ferdinand Schöningh 2016. 367 S. – 9 Farbtafeln. ISBN 978-3506-78537-4.

„Poetische Dogmatik ist Theologie, gewonnen aus den poetischen Quellen des Christentums – Liturgie, Dichtung, Kunst, Gesänge, Gebete, Geschichten, Gedichte und Bilder“. Alex Stock, der im Sommer letzten Jahres verstarb, legte nach dem 1ten Band Ekklesiologie über den „Raum“ das erforderliche Pendant zur „Zeit“ vor. Der Band reflektiert die Bedeutung von Tag (Tage, Tagzeiten, Tagzeitenliturgie zwischen Morgen und Nacht), Woche (Sabbat/Sonntag) und Jahr (Jahreskreis und besondere Festtage) und wichtigen Lebenspunkten (Geburt, Tod und Hochzeit). Wenn Kirche unter dem Aspekt der Zeit betrachtet wird, ist das Kapitel über die Geschichte als Abfolge der in der ersten Hälfte des Buches beschriebenen ‚Einzelpunkte‘ konsequent. So gibt das Buch einen Einblick sowohl in die zyklischen Zeitbausteine des Lebens wie auch in die lineare Entfaltung von Leben – auch der Kirche, die gestaltet wird und gestaltet. Und schließlich darf auch der Aspekt der Ewigkeit nicht vergessen werden, der zwar nichtzeitlich, aber nachzeitlich zum Leben des Glaubenden gehört. – Wie bei den vorausgehenden Bänden findet Leser_in die Erschließung eines Horizontes des jeweiligen Themas, wobei in diesem Band die liturgischen Korrespondenzen zu den jeweiligen Elementen sehr im Vordergrund stehen. Und Stock beschränkte sich dabei nicht auf die katholische Perspektive, sondern gibt auch Einblick in die protestantische Entwicklung. Wie in den anderen Bänden werden auch hier zwischen den theologischen/liturgischen Erscheinungsformen und Kunstwerken (Literatur wie bildende Kunst) Beziehungen aufgewiesen, die nicht einfach nur illustrieren, sondern den Blick weiten. Das Buch hat einen klaren wissenschaftlichen Hintergrund – und doch habe ich den Eindruck, dass dieser Band auch eine besondere Einladung zum meditierenden Verweilen bei den zitierten Texten aus Bibel und kirchlichen Traditionen ist. Gewinnt zieht man aus dem Buch für das bessere Verstehen der liturgischen Kontexte, die mit den Zeitelementen Sonntag, Festtage, Kirchenjahr zusammenhängen. Das profunde Wissen um die geschichtlichen Herkünfte der beschriebenen liturgischen Formen und ihrer Aussagen führen Leser_innen dazu, selbst differenzierter zu denken und hoffentlich auch zu agieren. Mit Blick auf die Kirchenpädagogik gelesen sehe ich in diesem Buch ein wirklich hilfreiches Handbuch, das verstehen hilft, was im Kirchenraum nicht nur räumlich, sondern auch zeiterschließend geschieht.

Kirchenpädagogik aktuell - Newsletter des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e.V.
Redaktion: Christoph Schmitt (E-Mail: kirchenpaedagogik-news@gmx.de)
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