Kirchenpädagogik aktuell Infobrief Januar 2019 

Sehr geehrte Damen und Herrn, 

Liebe Mitglieder des Bundesverbandes,

„Kunst soll anregen zu sehen und die Augen öffnen für geistige Landschaften in unserem Inneren: Unverborgenheit sozusagen. Es geht dabei um Intensivierung der Wahrnehmung, um etwas zu begreifen, was nicht neu ist, was man im Grunde durchaus weiß.“ (Josef Roßmaier)

Freundlich grüße ich Sie, Ihr Christoph Schmitt

 

Redaktionsschluss für Mitteilungen und Informationen der nächsten Ausgabe (bitte notieren und gegebenenfalls Informationen an mich senden): Freitag 15.02.2019 (erscheint März 2019) 

 

(1) Ein Blick durchs Land … 

 

Wer beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund beim Stand des Bundesverbandes Kirchenpädagogik aktiv mitmachen möchte, der wende sich bitte schnell an Wolfgang Schneider (Schneider.C-W[at]web.de) um das Nähere abzuklären.

Am Sonntag (20. Januar 2019) erhielten 12 Absolventen des württembergischen Ausbildungskurses im Rahmen einer Feierstunde in der Hospitalkirche ihre Abschlüsse. Als Gastvortragender war eingeladen der Beauftragte der Bundesregierung  für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel MdB, der die „wachsende Vielfalt als Chance für Kunst und Geschichte in den Räumen der Religionen“ in den Blick nahm, dabei aber auch deutlich machte, das manche Fortschritte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Millionen aus religiösen Gründen Übergriffe erleben – auch in Deutschland. Eingebettet in ein musikalisches Rahmenprogramm europäischer und südafrikanischer Musik (Tanja Amal Schleyerbach und Mann) erhielten die AbsolventInnen nicht nur ihre Abschlussurkunde, sondern erstmals auch ein württembergisches Kirchenführungsnamensschild mit dem Logo der württembergischen Ausbildung.  

 

Die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen lädt am 4. Mai 2019 (9:30 bis 16 Uhr) nach Freiberg zu einem Workshoptag „Mensch und Kirchraum in Beziehung“. Über angeleitete leiblich-sinnliche Wahrnehmungen der Kirchenräume können KirchenführerInnen Menschen auch mit deren eigenen Lebens- und Glaubensfragen in Berührung bringen. An diesem Workshop- und Methodentag erkunden die Teilnehmenden nach einer Einführung die Kirche mit kirchenpädagogischen Wahrnehmungshilfen zunächst einmal selbst. Anschließend lernen Sie kirchenpädagogische Strukturen und Methoden für eine gelingende Kirchenführung kennen und probieren diese aus. Der Tag richtet sich an erfahrene KirchenführerInnen, die neue Impulse und Methoden für ihre Arbeit suchen und an solche, die sich dem Thema Kirchenführung neu widmen möchten. -  Ein Teilnahmebeitrag wird erhoben. Information und Anmeldung unter Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen www.eeb-sachsen.de bzw. info@eeb-sachsen.de. 

 

Im Rahmen einer interdisziplinären Tagung von Religionspädagogik, islamischer Theologie und Bildungswissenschaften im Februar 2018 zum Thema „Interkulturelle Kompetenz in der Schule“, veranstaltet vom Fach Religionspädagogik des Instituts für Katholische Theologie an der Universität Vechta (Leitung von Prof.in Dr. Britta Baumert), wurde ein Workshop durch Jessica Löscher, Museums- und Kirchenpädagogin am Domschatz und Diözesanmuseum Osnabrück durchgeführt, in dem sie „Interreligiöse Sakralraumführungen: Ein kirchenpädagogischer Zugang zum interreligiösen Lernen“ anwandte. 

"Ich zeig´ Dir meine Kirche" - KURHESSISCHER MEDIENPREIS 2018.
Am 30.11.2018 war es soweit und die Jury aus Fach-leuten aus den Bereichen Kultur, Film und Theologie präsentierten die Gewinnerinnen aus den Einsendungen von 24 Kirchengemeinden. diese hatten sich im Rahmen der Erstellung eines Videoclips intensiv mit ihrer Kirche beschäftigt. Auf vielfältige Art und Weise zeigen die TeilnehmerInnen ihre Gotteshäuser: von einem Video-Blog (Vlog) über ein selbstkomponiertes Lied, einem Comic-Film und einer Zeitraffer-Animation, dramaturgisch inszenierten Geschichten bis Kirchendarstellungen mit historischen Fakten reichte die Bandbreite der zwei- bis drei minütigen Clips.
1. Preis: ‚Klein, aber fein ...' - Die Michaeliskirche Roßdorf und die Jugendgruppe "Cross Kids";
2 mal wurde der 2. Preis vergeben: ‚Komm, ich zeig Dir meine Kirche' - Ev. Markuskirche Marbach bzw. Abenteuer Kirche - Viel mehr als nur ein Gebäude' - Die Stadtkirche in Melsungen, ein Multitalent. Mehr Ergebnisse gibt es real sehen unter www.kirchen-paedagogik.de/kirche_virtuell.php oder auch auf youtube - dort einfach nach „netzwerk kirchenpädagogik“ suchen und schauen und staunen (manchmal huscht auch ein Lächeln übers Gesicht). 

 

(2) Mitgeteilt … 

Die Luxembourg School of Religion & Society und die Theologische Fakultät Trier laden ein zu einem Studientag in Luxemburg am Freitag, den 29.03.2019 unter dem Titel „Kirchenräume für Menschen unserer Zeit  öffnen und erschließen - Ouvrir et mettre en valeur les espaces d’église pour nos contemporains“. Die zweisprachige Tagung (mit Simultanübersetzung) fragt danach, wie BesucherInnen angemessen empfangen werden können und was ihre Motivation ist, einen Kirchenraum aufzusuchen. Der Studientag führt unterschiedliche Akteure zusammenführen, die sich dieser Herausforderung annehmen, sakrale Räume als „Sinn-Räume“ zugänglich zu machen. Der Tag findet in Luxemburg (Stadt) statt, dem Drehpunkt zwischen französisch- und deutschsprachigen Ländern. Er ist eine Plattform für „best-practices“ und unterschiedliche Profile der Kirchenpädagogik. Kulturelle, pastorale und pädagogische Fragen werden thematisiert und das Thema in den Diskurs der religiösen wie zivilgesellschaftlichen Akteure gestellt. Die Leitung hat Christiane Kremer-Hoffmann. Das Programm findet sich unter https://www.lsrs.lu/IMG/pdf/20190329_kirchenraume_affiche_a4_de-fr.pdf. 
Anmeldung unter www.lsrs.lu

Moschee und Kirche – Häuser Gottes. Studientag am 23.2.2019 in Rostock. Die Erwachsenenbildung und ökumenische Arbeitsstelle im Zentrum Kirchlicher Dienste des Kirchenkreises Mecklenburg lädt zu einer Moscheeerkundung und einer Kirchenerkundung ein, bei der der Islamwissenschaftler Roberto Pera eine Kirche aus muslimischer Perspektive betrachtet. Was verbindet und unterscheidet Muslime und Christen in ihrem Gottesdienst und Gebet und was unterscheidet beide Häuser, in denen das geschieht? Der Studientag bietet auch die Gelegenheit, andere Aspekten des Islams ins Gespräch kommen zu lassen.
Termin: 23. Februar 2019, 10 bis 16:30 Uhr in Rostock, Moschee in der Erich-Schlesinger-Straße und Heilig-Geist-Kirche. Leitung: Tilmann Jeremias und Maria Pulkenat, Anmeldung bitte über verwaltung-zentrum@elkm.de, 0381-37798752. Ein Teilnahmebeitrag wird erhoben.

Tagung „Erlebnisraum Kirche“ - Fortbildung für Kultur-, Stadt-, Landschafts-, Museums- und Kirchenführer in der Bodenseeregion am SA 06.04.2019, 10 bis 17 Uhr in Konstanz, Konzil – Speichersaal. Ausgehend vom Projekt „Kirchen, Klöster & Konzil“ befasst sich die Tagung mit dem Kirchenraum als Erlebnisraum. Die Tagung möchte sensibilisieren auf eine andere Raumwahrnehmung hin. Unterstützend werden Anknüpfungspunkte aus der Kirchen-(raum)-pädagogik und aus der Theaterpädagogik in Vorträgen eingeführt und exemplarisch in Workshops erlebbar gemacht. Nähere Informationen unter: https://www.andersorte.de

 

Zukunftswerkstatt Bundesverband Kirchenpädagogik: Im Zuge der Vorbereitung der Jahrestagung, die in Berlin stattfinden wird, entstand die Idee, in einer Zukunftswerkstatt gemeinsam strukturelle und inhaltliche Perspektiven für die zukünftige Verbandsarbeit des BV Kirchenpädagogik anzudenken. Zu diesem Treffen, das am 9. Mai 2019 von 11 Uhr bis 16 Uhr in der EKD in Hannover stattfinden wird, lädt der Vor-stand alle interessierten Mitglieder ein. Da wir die entsprechenden Räumlichkeiten vorhalten müssen, ist für die Teilnahme eine Anmeldung unter info@bvkirchenpaedagogik.de notwendig. Herzlichen Dank!

Berliner Vielfalt – Was Kirchenpädagogik möglich macht… Von den Mitgliederversammlungen der letzten Jahre ging der Wunsch aus, in einer Tagung wieder stärker das „Pädagogische“ in den Mittelpunkt zu stellen. Diesen Auftrag hat das Vorbereitungsteam - Inge Hansen, Sara Herrmann, Konstantin Manthey, Vera Ostermayer – aufgenommen und wird es 2019 in Berlin umsetzen. Nach zwei Vorbereitungstreffen gewinnt die Berliner Jahrestagung nun ihr „Gesicht“: nicht nur die vielen touristischen Highlights in Berlin im Zentrum wollen gesehen sein, sondern auch die ganz besondere Situation und Aufgabe der Kirchenpädagogik in dieser Stadt wahrgenommen und erlebt werden. Mit einem Vortrag nimmt uns Prof. Hartmut Rupp auf den Weg und viele, auch sehr unterschiedliche Workshops machen erlebbar, was methodisch und didaktisch machbar ist; nicht zu vergessen ist die Auseinandersetzung mit den besonderen Herausforderungen einer säkularen Stadt wie Berlin. Tagungsort wird die Katholische Akademie Berlin sein (Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin). Kurzum … save the date! Jahrestagung Bundesverband Kirchen-pädagogik, Do. 19.09. bis Sa. 21.09.2019 / Berliner Vielfalt – Was Kirchenpädagogik möglich macht.

Die Katholische Akademie Die Wolfsburg lädt gemeinsam mit dem Domschatz Essen ein zu einem Studientag „LEBE DEINEN RAUM! Kirchenräume erfahren und vermitteln“ am SA 15. Juni 2019 (9:30 bis 18:30 Uhr) in Mülheim an der Ruhr. Darf eine Kirchenführung einem missionarischen Impuls folgen oder sollte sie neutral bleiben? Wie lässt sich das Gespür für einen Kirchenraum einem anderen vermitteln? Und was macht den Ort zum heiligen Orten? Was tut sich da, wenn die Raumwirkung von Kirchengebäuden auf spezielle Zielgruppen hin zugeschnitten wird, etwa auf Kinder am Beispiel der Bottroper Kinderkirche „Kikereki“? Der Studientag entfaltet grundsätzliche Fragen und Erfahrungen mit der Vermittlung - angesichts vieler bevorstehender Kirchenschließungen und -umnutzungen im Bistum Essen eine besondere Perspektive, nach zukunftsweisende Gestaltungskonzepten und Zuwegen zu sakralen Räumen zu fragen. Als Referenten gewonnen wurden Prof. Dr. Stefan Böntert, Liturgiewissenschaftler in Bochum, Jennifer Reffelmann, Referentin für Liturgie im Bistum Essen, Rainer Teuber, Leiter der Museumspädagogik und des Besucherservice am Domschatz Essen und Petra Eberhardt, Projektleiterin, und Maria Noll, religionspädagogische Fachkraft im Projekt Kinderkirche „Kikeriki“ Bottrop. - Information und Anmeldung per eMail akademieanmeldung@bistum-essen.de oder online www.die-wolfsburg.de/tagungen/19238. 

(3) Aufgelesen …

 

Bei der Suche nach dem Thema Umgang mit Kriegsdenkmälern bin ich auf die Seite: https://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/frieden/Gedenkorte-fuer-Verstorbene-der-Weltkriege-Kriegerdenkmaeler-in-den-evangelischen-Kirchen/Kirchenpaedagogische-Annaehrung gestoßen, die Impulse zur Annäherungen gibt. Das Thema ist gerade 100 Jahr nach dem Ersten Weltkrieg interessant, da in den Jahrzehnten danach eine besondere Gedenkkultur entstand, die sich noch vielfach in und um die Kirchen wiederfindet.

Pfr. Dr. Martin Evang (Arbeitsstelle Gottesdienst, Wuppertal)  plädiert in „Eigenverantwortliche Fortbildung von Presbyterien Gottesdienst: Kirchenbau und Kirchenraum“ für einen wohlüberlegten und ausgewogenen Umgang mit Kirchenräumen (https://www.ekir.de/www/ueber-uns/gottesdienst-kirchenbau-und-kirchenraum-14066).

 

Philipp Stoellger, Martina Kumlehn (Hrsgg.), Bildmacht Machtbild. Deutungsmacht des Bildes. Wie Bilder glauben machen, (=Interpretation Interdisziplinär; 17), Würzburg : Königshausen & Neumann 2018. 488 S. zahlreiche Abb. (farbig/SW). – ISBN 978-3-8260-6448-7. – 49,80 €. 

18 Beiträge umfasst der Band, der zurückgeht auf eine Rostocker Kooperations-Tagung von DFG-Graduiertenkolleg 1887 „Religion und belief systems in Deutungsmachtkonflikten“ und der Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft. Die Lektüre führt quer durch die heute üblichen Medien und führt einerseits zu vielen gegenwärtig notwendigen Betrachtungen zum Umgang mit „dem“ Bild / bzw. den Bildern (Film, Video), zeigt aber auch auf, dass auch in der Geschichte die Wahrnehmung der Wirkung / der Macht von Bildern schon ihre eigene differenzierte Anwendung fand. Was nehme ich aus der Lektüre der diversen Beiträge mit? Ob und welche Macht von einem Bild ausgeht und wieweit der Urheber resp. Rezipient diese Macht steuern kann, das lässt sich nicht monokausal bestimmen, sondern muss – vielleicht bei den modernen Medien des Films / des Videos und der digitalen Bildwelt umso mehr – analysiert werden und wird beispielsweise an der Analyse von Kubricks Film „Odysee im Weltraum“ deutlich, wenn dort auch die Schauenden nicht nur passiv darin sind, was mit den geschauten Bildern ‚geschieht‘, d.h. welche Wirkung sie erzeugen. Ebenso eindrücklich zeigt H.-G. Soeffner, wie durch Rückgriff auf den bekannten Film „High Noon“ eine Mythenbildung in heutiger politischer Kultur entwickelt wird, die den Bekanntheitsgrad nutzt, aber eigene Interessen akzentuiert darstellen will. Wie das Verständnis von Bilderlosigkeit des Rechtsstaats bei H. Kelsen dennoch nicht ‚vor-bildlos‘ auskommt zeigt L. Scholz in seiner Analyse, die er mittels des modernen Fantasiewesen des Grüffelo ‚illustriert‘; ebenfalls im politischen Kontext bewegt sich die Analyse von Propagandabildern durch D. Gerstl, die die Macht des Leviathanbildes in politischer Agitation bis in die Moderne exemplarisch an einem vom Bauhaus geprägten Künstler skizziert. Als Nutzer von Presse oder online verbreiteten Nachrichten wird man den Beitrag von H. Kanter über die Verwendung von Bildern im Pressewesen sehr aufmerksam lesen; denn sie zeigt, wie Bildproduzenten durch Bildgestaltung die Welt und die soziale Ordnung (mit)prägen bzw. als ‚real‘ konstruieren und bedeutsam machen. – auch wenn sich KirchenpädagogInnen in ihrer Arbeit bislang wenig mit ‚laufenden Bildern‘ befassen, regen die Beiträge zur Analyse des Mediums Video auch das eigene Nachdenken über das Erschließen an, sei es durch J. Reichertz beispielhafte  Analyse einer Videos als Mittel der lenkenden Kommunikation oder als Mittel der Produktion von Überwachungsbildern (St. Meier), bei denen es gerade durch die technische Aufarbeitung zur Frage kommt, ob man Wirklichkeit oder Fiktionalität vor sich hat. P. Bernhardt ermittelt die Bildstrategie der Terrorbilder des IS und schließt mit einem deutlichen Votum, diese trotz des Rechts der Pressefreiheit aus ethischen Gründen nicht zu zeigen, da nur so deren Wirkung unterlaufen werden kann; mir kam dabei die Frage auf, wie wir es mit den grausamen Darstellungen (sicher als Standbild) der vielen Märtyrern halten und worin die Differenz zu den Terrorbildern liegt. Ein Beitrag entführt nach Venedig und zeigt, wie Kunst durch soziale Aufsteiger eingesetzt wird, um diesen gesellschaftlichen Aufstieg zu lenken, zu fördern und zu dokumentieren (Familie Cucina und ihr Stadtpalais, ihre Stiftung einer Grabkapelle in S. Francesco della Vigna oder speziell auch der Gemäldezyklus im Haus der Familie, der heute in Dresden zu besichtigen bzw. bestaunen ist). Am Beispiel holländischer Kunst des 17. Jahrhunderts zeigt sich, dass Kunstwerke die Betrachtenden zu einer genauen Betrachtung aufforderten, damit sie bestimmte Details (Spiegelungen etwa oder ein Nagel in der Wand nicht nur sahen, sondern auch daraus die deutende Botschaft von etwas Ungewöhnlichem zu erschließen suchten, wozu der Rezipient gefordert war, dies Verständnis zu generieren. Ebenso mit Interesse verfolgte ich die Ausführungen zu den Glaubwürdigkeitskriterien und der Deutungsmacht dokumentarischer Bilder – ein Beitrag, der zu differenzieren lehrt, in welchem Kontext (Journalismus, Autorenfilm oder Reality TV) etwa gezeigt wird und welche Wirkung daraus hervorgeht – Glaubwürdigkeit hängt auch vom medialen Milieu ab. Der daran anschließende Beitrag über die Nutzung von darstellenden Verfahren unterstreicht das noch, geschieht doch Visualisierung in den Biowissenschaften oft so, dass das Wirkliche technisch aufbereitet werden muss, um sehen zu lassen, was gezeigt werden soll. Für Kirchenpädagoginnen von besonderer Bedeutung ist der Beitrag zu den Ikonen, in dem erschlossen wird, wie Ikonen mehrfache Bedeutungen in sich tragen und sich bei ihnen die Geschichte der Betrachtenden mit der religiösen Tradition und dem göttlichen Urhebergedanken verbindet; M. Mühling spricht daher von vier Arten der Pluralitäten, die in Ikonen vorkommen, der semantischen, der lebensgeschichtlichen, der epiphanisch-emergenten (das ‚Eintauchen der Betrachtenden in das ‚Dargestellte‘)und der historischen. Das Bilder aber auch durch ihre Verwendung in ihrer Macht kollabieren können zeigt J. Wolff u.a. am Lutherbild, das durch unterschiedliche Zeiten hindurch aufgebaut, aber auch so überladen, dass ihre Wirkung entschwindet. Der letzte Block der Beiträge fragt nach der ethischen Dimension, die bei Einsatz wie Gebrauch und Wahrnehmung von Bildern zu bedenken ist, d.h. insbesondere die Deutungsmacht ist darauf zu betrachten, dass sie nicht Deutungsgewalt wird – und wenn doch, wer dann die Verantwortung trägt. - Dass Bilder wirken ist augenscheinlich und doch zeigt die Betrachtung, was das für eine Macht ist, dass es unterschiedliche Antworten geben kann. Herausgeber sind Prof. Dr. Philipp Stoellger, Lehrstuhl für Dogmatik und Religionsphilosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Martina Kumlehn, Lehrstuhl für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät Rostock. Die Macht des Bildes wird als Deutungsmacht verstanden, ähnlich dem Zeigen des Johannes des Täufers am Anfang des Joh-Evangeliums (auf dem Titelbild prägt der entsprechende Ausschnitt aus Grunewalds Isenheimer Altar mit dem Zeigegestus des Täufers das Cover). Diese Macht wird verstanden sowohl als Ermöglichung, Verwirklichung wie auch Vernichtung und es sind Medien, sprich Bilder, die diese Übergänge mit einer Eigendynamik entfalten. Die Einleitung des Bandes (der 19. Beitrag des Buches) entfaltet Stoellger die Fragestellung bis hin zur theologische Dimension, wenn er die Allmächtigkeit / Allgegenwärtigkeit und Unfehlbarkeit von Bildern in Bezug setzt zu den theologisch ähnlichen Aussagen über Gott – und macht dann aber auch deutlich, dass Bildern eine Ohnmacht innewohnt, weil Produzenten nicht mehr in der Hand haben, was Rezipienten damit anfangen. Das Bild selbst sei darin selbst aber ohnmächtig, weil sie nicht zwingen können, „sondern nur ansinnen“ (S. 17). Er zeigt auch, wie Bildmacht einen Bildglauben oder eine Bilderphobie hervorbringt und wie sich Bilder als Machtfaktoren darstellen, indem sie Sichtbares und Unsichtbares aufeinander beziehen. – Die Lektüre führt sicher nicht zu einfachen Anwendungen, aber sie stärkt den kritischen Umgang mit Bildern, auch die der Kirchenpädagogik.

(2)    Mitgeteilt …

Heribert Hantschel, Mitglied aus Regensburg, hat sich von der Diskussion der Mitgliederversammlung in Wittenberg über Kirchenpädagogik und Tourismus anstecken lassen und meint dazu: Mit Blick auf die Wortherkunft von Pädagogik (pais = Knabe bzw. altgriechisch παιδαγωγικὴ τέχνη paidagōgikḗ téchnē also „Technik“, „Kunst“, „Wissenschaft“ der Kindesfüh-rung) unterwies in der Antike ein Pädagoge (männliche) Kin-der in der Philosophie, um sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu formen. Von Pädagogik als Erziehungswissen-schaft spricht man erst seit dem ausgehenden 18. Jahrh. (Jo-hann Heinrich Pestalozzi, 1746–1827, gilt vielfach als ihr Ahnvater). Pädagogik befasse sich also dem Begriff nach mit der Begleitung, Erziehung, Bildung von Kindern und Jugendli-chen und als geisteswissenschaftliche Disziplin sei sie ihrem Ursprung nach auf den Lebensabschnitt der Kindheit und Ju-gend ausgerichtet. Als Sozialpädagoge ist Heribert Hantschel seit Jahrzehnten in der Ausbildung von Heilerziehungspfle-gern tätig. Pädagogik habe er immer auf die Arbeit mit Kin-dern und Jugendlichen angewandt, in Bezug auf die Arbeit mit Erwachsenen spreche er aber von Bildung. Gleichwohl sieht er in Begriffen wie Heilpädagogik, Heilerzieher*in, Heil-erziehungspflege usw., dass der Personenkreis auch Menschen im Erwachsenenalter umfasst. So falle die Begleitung von Menschen mit einer Beeinträchtigung unter den Begriff der Heilpädagogik, weil diese eine Hilfestellung zur Bewältigung ihres Lebens, Alltags, ihrer Freizeit wie ihrer Spiritualität sei. Die Verknüpfung pädagogische Arbeit und Zielgruppe Er-wachsene spiegelt sich für Heribert Hantschel im Begriff Inklu-sion wider. Inklusive Angebote können seiner Ansicht nach sowohl Menschen mit Beeinträchtigung als auch solchen „oh-ne“ gerecht werden. Ausgehend von dieser Bestimmung von Pädagogik her schlägt er einen Bogen zum Thema Kirche.Kirche beschreibt als christlicher Begriff die Gebäude, primär aber die Glaubensgemeinschaft (Synagoge oder Moschee werden nicht synonym für Juden oder Muslime verwandt). In unserem christlichen Glauben ergibt sich somit hieraus eine Besonderheit, die auch in der Bezeichnung „Kirchenpädago-gik“ ihren Niederschlag findet.     Mit der Bezeichnung Kirchenpädagog*in sieht Heribert Hant-schel die betreffende Person in einer entsprechenden christli-chen Tradition stehend und dem kirchlichen Auftrag verpflich-tet. Mit dem Wortteil -pädagog*in sieht er einen besonderen Auftrag verbunden, nämlich sich als Kirchenpädagog*in mehr speziellen Gruppen zuzuwenden als den „Massen“, wie sie der Tourismus mit sich bringe. Dem Tourismus wird der Kirchen-führer mit klassischen Kirchenführungen gerecht, weil er das Interesse am Gebäude, an der Historie, der Orgel usw. … in den Mittelpunkt stellt. Hierfür sieht Heribert Hantschel zu Recht die Frage gestellt, ob eine Zusammenarbeit mit Touris-musverbänden und Gästeführern angesagt sei, nicht zuletzt in einer vertieften Zusammenarbeit in der Ausbildung. Für diese klassische Form der Führung ist nach Ansicht von Hantschel die/der Kirchenpädagog*in überqualifiziert und gleichzeitig werde damit der im Wort implizierte Auftrag der Pädagogik außer Acht gelassen. Die Jahrestagung in Augsburg 2017 habe gezeigt, wie eine Zuwendung zu Kindern und Jugendlichen in Bezug auf den schulischen Bildungsauftrag aussehen kann. Er stellt sich die Frage, ob eine Ausweitung auf den Freizeitbe-reich denkbar sei, indem weitergehende Konzepte entwickelt werden, die sich vom schulischen Auftrag lösen. Heribert Hantschel verweist auf seine Erfahrungen mit speziellen heil-pädagogischen Kirchenführungen (Heribert Hantschel hat da-für den Begriff „Kirchensnoezelen“ geprägt) und sieht, dass in inklusiven Führungen interessante Varianten/Chancen liegen, allgemeine Führungen der speziellen Art zu sein. „Für mich heißt Kirchenführung, die Kirche mit allen Sinnen erlebbar zu machen und damit die Menschen in die Funktion des Raumes (Kloster-, Pfarr-, Dom-, Wallfahrtskirche), in die epochale Zeit (Romanik, Gotik, …) und in die Ausrichtung (evangelisch, ka-tholisch, orthodox) eintauchen zu lassen. Dieses ‚Eintauchen durch unsere Sinne‘ macht es möglich den Ort in seiner Ur-sprünglichkeit zu erfahren. Mit diesem pädagogischen Zugang (verknüpft mit erlebnispädagogischen Elementen) entsteht ein Gesamtkonzept, dass sich auf alle Kirchenräume anwenden lässt und sehr variabel ist. Die Ausbildung des Kirchenpäda-gogen gibt uns Methoden und didaktische Grundsätze an die Hand, mit denen solche Konzepte umgesetzt werden können.“ – Heribert Hantschel würde gerne mit Mitgliedern über seine Gedanken in den Austausch kommen, gerne auch in Berlin im Jahr 2019.

(3)    Aufgelesen …

Wolfgang Vogl, Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage undHochfeste. Lesejahr C, Regensburg : Pustet 2018. 680 S., durchgehend farbig bebildert, Lesebändchen. - ISBN 978-3-7917-2999-2. € Einführungspreis bis 31.12.2018: € 29,00 (danach: € 35,00).

Vor drei Jahren erschien der erste Band mit den Meisterwer-ken der christlichen Kunst zum Lesejahr A (Matthäus), nun schließt sich der Kreis mit dem Band zum Lesejahr C (Lukas). Der Aufbau folgt dem Lesejahr, beginnt also mit dem Advent und endet mit dem Christkönigfest. Außerdem werden auch Bibelstellen liturgischer Hochfeste außerhalb der Sonntage berücksichtigt. Wolfgang Vogl ist Professor für die Theologie des geistlichen Lebens an der Universität Augsburg und als Pfarrvikar in einer Pfarreiengemeinschaft aktiv. Mit Akribie hat er im Wesentlichen zu Evangelientexten, aber auch zu den alttestamentlichen wie neutestamentlichen Perikopen der Sonntagsleseordnung Kunstwerke ausgesucht – in der Mehr-heit Werke frühchristlicher Kunst wie alter Meister, aber auch Vertreter der beginnenden Moderne und der zeitgenössi-schen Kunst (z.B. Siger Köder) -, um durch deren Erschließung den biblischen Texten Akzente und Aspekte abzugewinnen, die in der Verkündigung spirituell wichtige Perspektiven auf-zuzeigen helfen. Der Vf. arbeitet in diesem wie den vorausge-gangenen Bänden mit einer sehr hilfreichen Struktur: mit der bibeltheologischen Einführung führt er an den ausgewählten Schrifttext heran, so dass Kernaussagen aus exegetischer Sicht deutlich werden. Dem schließt sich eine wissenschaftlich fun-dierte Bilderschließung an, die den/die Betrachter*in schritt-weise und damit mit der notwendigen Langsamkeit zum Bild-inhalt führt; zuweilen wird dabei das Kunstwerk in einem grö-ßeren Horizont erschlossen, so dass die Lektüre nicht nur das Wissen, sondern auch das Staunen mehrt. Die Ausführung sind keine so zu haltende Predigt, aber selbst wenn ein/e Pre-diger*in nicht über das Kunstwerk predigen wird, gewinnt er/sie in der Lektüre bzw. der Betrachtung sehr viele geistliche Impulse. Das Buch ist für mich damit auch ein Beitrag die ei-gene Aufmerksamkeit zu fördern, auch mit Blick auf den Text, der bildlich gesehen hilft, mit dem Leben in Bezug gesetzt zu werden. Wer durch Vogls Ausführungen angestachelt wurde, mehr wissen zu wollen, dem helfen seine Anmerkungen (575-651) und ein umfangreiches Literaturverzeichnis (653-679) sowie das Abkürzungsverzeichnis und der Bildnachweis. Die Bildwiedergabe ist gelungen, besonders bei den vielen ganz- oder halbseitigen Abbildungen. Wer den einen Band hat, wird sich auch – früher oder später – die anderen Bände zulegen:

Wolfgang Vogl, Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste. Lesejahr A, 2., überarbeitete Auflage, Regensburg : Pustet 2018. - 576 S. durchgehend farbig bebildert. – ISBN 978-3-7917-2829-2. € 35,00.

Wolfgang Vogl, Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste. Lesejahr B, Regensburg : Pustet 2017. - 608 S., durchgehend farbig bebildert. - ISBN 978-3-7917-2912-1. - € 35,00.

Stefanie Lieb, Himmelwärts. Geschichte des Kirchenbaus von der Spätantike bis heute, Berlin : Elsengold Verlag. 176. S. durchgehend illustriert. - ISBN-13: 9783944594965. – € 36,00.

In sechs großen Abschnitten und insgesamt 33 Kapiteln entfaltet die Autorin Stefanie Lieb (Privatdozentin für Kunstgeschichte an der Universität Köln und Studienleiterin für Kunst an der Katholischen Akademie Schwerte) die Anfänge des Bauens für die Gemeindeversammlung bis zu den Kirchenbauten des 21. Jahrhunderts. Den kompakt formulierten, gut lesbaren Texte merkt man ein fundiertes und zugleich auf gewinnende Vermittlung ausgerichtetes Wissen an. Die Verf.in beschreibt die jeweiligen Epochen durch Benennung der prägnanten Merkmale und sie gibt Einblick in die zugrundeliegenden geistigen Perspektiven, so beispielsweise für das frühe Christentum nennt sie auch explizit Baptisterien und Memorialbau, für die Romanik greift sie Klosterarchitektur, Kaiserdome und Bischofskirchen und das Grundprinzip romanischen Bauens bzw. den Kosmos der Bauskulptur auf. Analog greift der Abschnitt zur Gotik die Grundgedanken des Kathedralbaus auf, die Baulogistik, Konstruktionsbesonderheiten wie auch Symbolik des gotischen Kirchenbaus. Ein anderes Beispiel ist die Moderne, die die Verf. als Suchen nach einer Spiritualität beschreibt, in der die Theorien modernen Kirchenbaus (Bartning, Böhm, Schwarz, Le Corbusier) skizziert werden und ein Ausblick in den Kirchenbau des 21. Jhdt. Gewagt wird – mit der Bruder Klaus-Kapelle von Zumthor als letztem Bild, dem vor der Schlussbemerkung ein Blick in Potsdams Friedenskirche folgt.  Stefanie Lieb gelingt es außerdem, in kurzen Exkursen bemerkenswerte Themen (z.B. Salomonischer Tempel, Reliquienkult, St. Galler Klosterplan. Mittelalterliche Steinbearbeitung, Sainte Chapelle in Paris, Säulenordnungen, Zweites Vatikanisches Konzil und Kirchenbau usw.) und Personen (z. B. Villard de Honnecourt; Michelangelo, Viollet-le-Duc) aufzugreifen und somit auf wesentliche Aspekte zu verweisen. Das Buch zeigt Kontinuitäten und Fragestellungen auf. Und der Titel „Himmelwärts“ kann in all der Vielfalt ein Gemeinsames benennen. Ein nach den Kapiteln gegliedertes Literaturverzeichnis sowie ein Glossar runden den sehr gut bebilderten Band ab. Wer einem für Kirchenbauten interessierten Menschen – vielleicht auch sich selbst – ein sowohl schönes wie anregendes Geschenk machen will, der liegt mit diesem wirklich prachtvollen Buch sicher nicht falsch. Es dürfte auch zur Erstausstattung einer/s Kirchenpädagog*in sehr gut passen.

Ulrich Luz, Das Neue Testament - »Wer, Was, Wo« für Einsteiger. Unter Mitarbeit von Nicht-Theologinnen und Nicht-Theologen. In Kooperation mit dem TVZ - Theologischer Verlag Zürich, Ostfildern : Patmos 2018. 192 S., mit zahlreichen Abbildungen und Karten.  - ISBN 978-3-8436-1095-7. - € 19,00.

Dieses Buch empfehle ich, weil ich in der Arbeit in der Kir-chenpädagogik selbstverständlich immer wieder mit dem Neuen Testament in Kontakt komme. Und wie bringe ich dann mein Fachwissen gut verständlich an Menschen, die mir inte-ressiert zuhören (wollen)? Ulrich Luz ist emeritierter Professor für Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakul-tät der Universität Bern und hat gut ein Dutzend „normale“ Frauen und Männer, jüngere wie ältere, kirchennahe und kir-chenferne, Katholik*innen und Protestant*innen gewinnen können, mit ihm das Neue Testament zu lesen und kurze Dar-stellungen mit ihnen erarbeitet, die „leser-geprüft“ Nicht-Theolog*innen in verständlicher Sprache über Jesus, das frü-he Christentum und die Schriften des Neuen Testaments in-formieren. Das Buch gliedert sich in acht Teile, die man aller-dings nicht nacheinander lesen muss, sondern auch für sich mit Gewinn liest (und dann motiviert wird, weiteres zu erfah-ren). Das erste Kapitel stellt den geschichtlichen Rahmen dar (römische Besatzungszeit um die Zeitwende und frühes Juden-tum), das achte Kapitel fragt nach Entstehung und Bedeutung des Kanons des Neuen Testaments und das abschließende Ka-pitel ist eine persönliche Wahrnehmung, was es bedeutet, das Gotteswort in Menschenwort vermittelt wird. – Immer auf eineinhalb bis zwei Seiten wird ein Abschnitt der acht Kapitel (mit 73 Abschnitten) behandelt. Und es ist beeindruckend, was dort an wesentlichen Aussagen formuliert wird, die bei den Lesen Aufmerksamkeit und Verstehen fördern, etwa zum Thema Auferstehung/Auferweckung die hermeneutische Her-angehensweise, eine Lebenserfahrung, nämlich Lieben, zum Verstehen der Beschreibung heranzuziehen (S.54f.). Über-haupt finde ich das erste Kapitel zu Jesus einen zwar knappen, aber wirklich ermutigenden Angang, nach Jesus auf der Basis der neutestamentlichen Schriften zu fragen und ihn zu verste-hen zu suchen – ein bleibender Auftrag, der vor dem Wunsch-Jesus-Bild zu bewahren vermag.  Man kann die Text-abschnitte für sich lesen, wird aber immer wieder zur weite-ren Lektüre eingeladen durch Querverweise, so dass man ein-fach nicht aufhören möchte. Dem Kapitel über die Evangelien sind auch ein Abschnitt über Spruchevangelien und außerka-nonische Kindheitsevangelien eingefügt, was ich sinnvoll hal-te, da diese ja in der Geschichte ihre eigene Wirkung (bes. in der Ikonografie) entfaltet haben. Das Kapitel über die Paulus-briefe, zu dem Luz selbst bemerkt, es sei in der Knappheit der Darstellung nicht ohne weiteres ohne Bibellektüre lesbar, skiz-ziert die paulinische Biografie und stellt die einzelnen Paulus-briefe in der Abfolge ihres (vermuteten) Entstehens dar; die größeren Briefe werden dabei auch aufgeteilt in mehrere Ab-schnitte. Karten, tabellarische Übersichten zu Themen (z.B. historische wie literarische Probleme der Paulusbriefe oder der übrigen neutestamentlichen ‚Brief’-Literatur) und SW-Fotos geben den Lesenden weitere Hilfestellungen für das Herangehen an die neutestamentliche Literatur und ihre zeitli-che wie geografische Verortung. Mit einem Abkürzungsver-zeichnis endet das Buch, das für Einstieger*innen eine wirk-lich hilfreiche Orientierung bietet.

Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift Ökumenische Rundschau (67. Jahrg., 2018, Heft 4), widmet sich dem Thema: „Kirchenräume in unterschiedlichen Kontexten“ und bietet folgende Beiträge:
o    Albert Gerhards, Kirchengebäude – eine ökumenische Herausforderung
o    Christoph Klein, Kirchenburgen in Siebenbürgen – be-drohtes Kulturerbe. Nutzungskonzepte zu ihrer Rettung und Erhaltung
o    Radu Constantin Miron, Kirchennutzung und Kirchenbau orthodoxer Gemeinden in Deutschland
o    Alexander Deeg, Geistlich und geistig – Kirche und Aula. Die Universitätskirche St. Pauli in Leipzig als Herausforde-rung und Chance
o    Stefan Orth, Gleitende Wände. Das ökumenische Kirchen-zentrum Maria Magdalena in Freiburg-Rieselfeld und sei-ne beiden Gemeinden
o    Burkard Severin, Die Antwort gab der Kirchenbau – von der Pfarrkirche St. Helena zum „Dialograum Kreuzung an Sankt Helena“
o    Tobias Fritsche, Jugend(kultur) im Kirchenraum   
o    Junge Ökumeniker*innen: Henrike Rabe, Außen Kirche ‒ innen Moschee: Multireligiöse Gastfreundschaft als Chan-ce im Umnutzungsprozess

Reinhard Lambert Auer, Geschichte des Kirchenbaus : zur Ent-wicklung ab dem 19. Jahrhundert bis morgen. In: Für Arbeit und Besinnung, 72 (2018), 13, S. 17-21

Reinhard Lambert Auer, Geschichte des Kirchenbaus : von der frühen Kirche bis zur Reformationszeit. In: Für Arbeit und Be-sinnung, 72 (2018), 12, S. 22-26

Felix Neumann; Tobias Wiegelmann, Kirche im Detail: Insta-walks in Kirchen und Klöstern. In: Katechetische Blätter, 143 (2018), 4, S. 303-307

Christian Rothe, Radebeuler Kinderkirchennacht. In: Praxis Gemeindepädagogik, 71 (2018), 3, S. 28