Externes Stellenangebot

Die Fachstelle "Kirchenpädagogik und Tourismus" des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Pädagog*in (Kunst, Museum oder Religion) mit Leitungsfunktion
Teilzeit (30 Std./Wo.), befristet im Rahmen des Projektes auf 8 Jahre

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Die Fachstelle "Kirchenpädagogik und Tourismus" des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Pädagog*in (Kunst, Museum oder Religion) für Kita- und Schulgruppen
Teilzeit (30 Std./Wo.), befristet im Rahmen des Projektes auf 8 Jahre

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Kirchenpädagogik aktuell Infobrief Juli 2019

Redaktionsschluss für Mitteilungen und Informationen der nächsten Ausgabe: Montag 26.08.2019 (erscheint September 2019)

(1)    Ein Blick durchs Land …

Kirchentag in Dortmund und der Bundesverband mit dabei: 
Der Bundesverband war auch auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 19.-23. Juni 2019 in Dortmund mit einem Stand vertrete. Am Stand besucht wurden dabei die freundlichen Herren Claus Jesch und Heribert Hantschel von Bischof Meiser, dem evangelischen Schirmherrn. Mehrere kirchenpädagogische Angebote in der Melanchthonkirche brachten den Besuchern des Kirchentag praxisnah vor Augen, was sich hinter dem Begriff der Kirchenpädagogik verbirgt.
 
Nach dem Kirchentag ist … jeder herzlich willkommen zum III. Ökumenischen Kirchentag (12.-16. Mai 2021, Frankfurt).

Register der Zeitschrift auf der Homepage: Dank der Zusammenstellung von Doris Wimmer-Hempfling können auf der Homepage alle Registerbereiche der Zeitschrift bis zum Jahrgang 2018 eingesehen werden. Herzlichen Dank an Doris Wimmer-Hempfling!

Neue Kirchenführer ausgebildet, die die Atmosphäre des Kirchenraums entdecken: die Kunstbeauftragte Birgit Weindl und Oberkirchenrätin Dorothee Wüst überreichten vor kurzem die Abschlüsse des vom Bundesverband zertifizierten Kurses an 21 Frauen und Männer in der Kaiserslauterer Unionskirche. Nach dem zweijährigen Kurs werden sie anderen helfen, den Blick zu schärfen für die sakrale und spirituelle Schönheit der Gotteshäuser. Die  ökumenische Ausbildung war geprägt durch Formate wie Seminare, Studientage und Exkursionen und zum Abschluss stellten die Absolventen Wissen in einer Führung in „ihrer“ Kirche unter Beweis. Verantwortet wurde die kirchenpädagogische Ausbildung durch die Projektstelle Kunst und Kirche und die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft mit der Katholische Erwachsenenbildung. Der nächste Kurs beginnt im September 2020 mit einem Schnuppertag. Voranmeldungen können schon jetzt bei Birgit Weindl (birgit.weindl@evkirchepfalz.de).

ZWÖLF – Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne in Baden-Württemberg ist eine Wanderausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege betitelt, die seit Juli 2019 für junge Kulturdenkmale wirbt. Zwischen 1960 und 1980 wurden in Baden-Württemberg rd. 1000 Kirchen gebaut, von denen etwa 150 Kirchen der sog. Nachkriegsmoderne denkmalgeschützt sind. Zwölf exemplarische Bauten wurden ausgewählt, diese theologische wie architekturgeschichtliche Umbruchzeit zu zeigen. Es ist ein Projekt zwischen Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und den Projektpartnern der beiden evangelischen Landeskirchen und der beiden katholischen Diözesen, unterstützt von der Wüstenrot-Stiftung. Zwischen Juli 2019 und Ende Juni 2020 wird die Wanderausstellung, die auch Kinder interessieren will, quer durchs Land touren. Anschaulich und für das Entdecken gut entwickelt wird jeweils die „lebensgroße“ Kirche, in / an der die Ausstellung Halt macht über Modelle, Zeichnungen und Bilder in Beziehung zu den anderen ELF gebracht. Jede Kirche kann sich einen Monat lang in all ihren Facetten und mit Rahmenprogramm vorstellen.  Versetzen Bilder in die Entstehungszeit der Bauten, so die eigene Präsenz in die jetzige Gestalt und ihre Nutzung. Eintritt: frei. Informationen:  www.zwoelf-kirchen.de. Vor Ort erwartet die Besucher eine kleine Broschüre mit Grundinformationen und integrietem Gewinnspiel (Abstempeln der Besuchsorte) sowie ein Heft mit „Zwölf Bau- und Schauanleitungen“ (und digitalem Ausflug an die anderen Ausstellungsorte via QR-Code) aus museumspädagogischer Sicht – nicht nur für Kinder interessant! Ein Katalog begleitet die Ausstellung (Besprechung folgt).

 

(2)    Mitgeteilt …

Die EVANGELISCHE KIRCHE VON KURHESSEN-WALDECK bietet eine Zertifizierte Ausbildung zur Kirchenführerin / zum Kirchenführer (September 2019 bis Oktober 2020) in Form eines e-blended-Learning an.
TERMINE DER AUSBILDUNG: • Online: Di. 24.09. und Do. 26.09.2019, 17:30-19:00 h • Online: Di. 22.10. und Do. 24.10.2019, 17:30-19:00 h • Präsenz: Fr. 01.11., 16 h - So. 03.11.2019, 14 h, Kassel • Präsenz: Fr. 24.01., 16 h – Sa. 25.01.2020, 18 h, Marburg • Präsenz: Fr. 24.04., 16 h – Sa. 25.04.2020, 18 h, Gelnhausen • mindestens 3 x Samstag 10-18 h in Gemeinden der Teilnehmenden • Präsenz: Sa. 24.10., 10 h – So. 25.10.2020, 16:00 h, Kassel. Geleitet wird der Kurs durch Regina Ibanek, Fachreferentin MA, Prof. Dr. Freimut Schirrmacher, Pfarrer, Doris Wimmer-Hempfling, Diplom-Pädagogin, und unterstützt durch Marlene Schleicher, Medienpädagogin. Referentinnen sind Magret Baller, Kassel; Prof. Dr. Thomas Erne, Marburg; Dr. Anna-Karena Müller, Marburg; Gaby und Jürgen Steigerwald, Gelnhausen. Eine formlose Anmeldung ist zu richten bis zum 1. September 2019 an das Referat Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel);     Erwachsenenbildung@ekkw.de. Weitere Informationen: www.ekkw.de/service/erwachsenenbildung.

Architekturgeschichtliche Kirchenrundfahrt zum Kirchenbau der 1950er bis 1970er Jahre in Britz und in der Gropiusstadt.  Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert und Pfarrer Martin Germer begleiten am 21.09.2019 (10 bis 15 Uhr) eine Exkursion zu Kirchen der Moderne im Süden Neuköllns. In Augenschein genommen werden die evangelische Hephathakirche (1954/55), die 1989 geschaffene katholische Kirche (Ersatz für die 1960 eingeweihte Bruder-Klaus-Kirche), die Johann-Christoph-Blumhardt-Kirche (1963/64) und die Dreieinigkeitskirche am Rande der Gropiusstadt (1969/71. Den Abschluss bildet die katholische St. Dominicus-Kirche (1975/77). Kerstin Wittmann-Englert ist bekannt als Autorin des Buches „Zelt, Schiff und Wohnung. Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne“ (2006). Die Rundfahrt beginnt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche und endet dort gegen 15. Ein Kostenbeitrag wird erhoben (15 € ); die verbindliche Anmeldung ist möglich unter info@gedaechtniskirche-berlin.de.

Ein Dialogtag im Rahmen des  Interreligiösen Fitnesskurses für alle Interessierten führt zu den Weltreligionen in Deutschland ins Haus der Religionen in Hannover – 19.10.2019 (Abfahrt ab Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe 8:36 Uhr, Beginn in Hannover 10:30 Uhr). Veranstalterin ist die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Das Haus der Religionen bietet Einblick in Dinge der religiösen Praxis von Christen, Juden, Muslimen, Hindus, Buddhisten und Bahai. Die Führung im Haus der Religionen, dem Zentrum für interreligiöse und interkulturelle Bildung, macht den Alltag der Weltreligionen in Deutschland lebendig; anschließend bietet ein interkultureller Stadtrundgang ein, den Blick selbst zu schärfen. Leitung: Regina Ibanek, Referat Erwachsenenbildung, Ulrike Duffing, Diplom-Religionspädagogin, Annedore Beelte-Altwig, Literaturwissenschaftlerin, Journalistin. - Teilnahmebeitrag: 30 € (einschl. Imbiss, Hin- und Rückfahrt DB). Anmeldung bis 16.09.19  erwachsenenbildung@ekkw.de.

Auftreten und Präsenz bei Kirchenführungen. Werkstatttag Kirchenpädagogik am 16.11. 2019 (9:30 bis 18:30): Wie gelingt es, eine Gruppe zur Ruhe kommen zu lassen und Aufmerksamkeit zu gewinnen? Wie kann die Stimme eingesetzt werden, um alle zu erreichen und wie kommt es zu Präsenz und stimmigem Auftreten? Das Zusammenspiel von Körper, Atmung, Stimme, Sprechweise und Artikulation wird Maria von Bismarck, Schauspielerin, an diesem Werkstatttag ausprobieren und üben. Veranstaltungsort: Haus der Kirche, Raum 114, Wilhelmshöher Allee 330, 34130 Kassel. Informationen und Anmeldung:     erwachsenenbildung@ekkw.de.

 

(3)    Aufgelesen …

Christine Lungershausen, Anderssehen in räumlichen Wechselspielen. Wie lässt sich Sinneröffnung am Ort zeitgenössischer Kirchenfenster beschreiben? (=Ästhetik - Theologie - Liturgik, Band 67), Berlin Münster : LIT-Verlag 2017. Broschiert, 320 Seiten. - ISBN: 978-3-643-13716-6. - € 34,90
Die Dissertation wurde bei Thomas Erne in Marburg eingereicht. Sie stellt die Frage nach der Sinneröffnung bei bestimmten Kirchenfenstern und wählt dazu Fenster aus Zürich (Polke; Großmünster), Köln (Richter; Dom) und Naumburg (Rauch; Dom) aus. gemeinsam ist diesen Fenstern, dass sie von zeitgenössischen Künstlern geschaffen wurde, die nicht in erster Linie Glasmaler sind und die keine religiösen Fenster als solche schaffen wollten. Vf.in nimmt den Ausgangspunkt bei der Befragung der philosophischen Fragestellung, mit der diesen Fenstern begegnet werden kann und findet diese in der Phänomenologie, bes. bei Bernhard Waldenfels. Voraus geht ein Überblick über den Forschungsstand zu den drei Fenstern, bevor ein Grundriss einer phänomenologisch bestimmten Wahrnehmungs- und Bildtheorie aufgezeigt wird. Vf.in nimmt dabei u.a. in den Blick die Mehrsinnigkeit und das Potential zum Anderssehen; sie will herausarbeiten, wie das Beschreiben der Fenster möglich ist, ohne das Beschriebene auf eine Sicht festzulegen, sondern eine bleibende Offenheit zu halten, die immer wieder zum – unabgeschlossenen - Sehen anregt. Vf.ini hebt auch hervor, dass Fenster etwas auszeichnet, nämlich ihre Konstellation in der Räumlichkeit, die das Kunstwerk Glasfenster ebenso beeinflusst wie das Glasfenster den Raum beeinflusst; dazu findet sich auch ein eigenes Kapitel, das die Raumtheorie reflektiert (S. 81ff.).
Wichtig ist der Vfin., Fenster in ihrer räumlichen Konstellation wahrzunehmen, als solche, die vom Raum ‚beeinflusst‘ werden und ihrerseits den Raum (die Raumatmosphäre) beeinflusst (vgl. S. 81ff.). Wer mit dem phänomenologischen Ansatz nicht so vertraut ist, wird sich auf die philosophische Grundlegung sicher mehr einlassen müssen. Doch dieses Kapitel sich anzueignen verspricht ein bewussteres Herangehen an die Frage, wie sich Wahrnehmung ereignet und was diese Form an Sinnpotentialen eröffnet.  Vfin. Wählte die drei Fenster aus, da sie auch auf unterschiedliche Weise mit Fremdheit in Verbindung gebracht werden; Fremdheit ist dabei nicht negativ konnotiert, sondern wird als etwas verstanden, was der sehenden Person einen Überschuss an Sinn liefert, der sich eher entzieht als begriffen werden kann, aber damit das erkenntnisorientierte Subjekt voranbringt indem es immer wieder zum Ansehen und Entdecken von Sinn animiert. Diese Art der Fremdheit hat Ähnlichkeit mit der Gotteserfahrung, die selbst immer letztlich mehr Fremdes als Bekanntes zeigt und darin, dass sie Gott sich entziehen lässt, Gott Gott sein lässt. einen anderen wichtigen Akzent benennt Vfin. Wenn sie herausarbeitet, dass Bilder nicht immer so erkannt werden können, dass sie auch sprachlich einen Ausdruck finden können. Mit Blick auf ihre Betrachtung der Raumtheorie benennt Vfin. Eigens die Bedeutsamkeit des Umhergehens im (Kirchen-)Raum, weil so die mehreren sinnvollen Zentren des Raumes für die Betrachtungspositionen gewonnen werden können (vgl. S. 92ff.). Im letzten Abschnitt der philosophischen Reflexion widmet sie sich den Theorien zum Kirchenraum, wobei sie Wolf-Eckert Failung und Thomas Erne besonders hervorhebt (Stichwort: Heterotopie). Kirchenräume seien „ausgezeichnete Orte, an denen Gott prägnant erfahrbar sei“ und mit Th. Erne weist sie auf die Bestimmung von Kirchenräumen als hybriden Räumen hin, die nicht nur religiös, sondern auch ästhetisch der Sinnfindung offenstehen. – Im zweiten Hauptteil werden die drei ausgewählten Fenster reflektiert nach Beschreibungen anderer Autor/innen und darauf befragt, was die phänomenologische Sicht bei diesen Fenstern zu Deutungsmachtkonflikten beitragen kann. Gibt es die richtige Deutung oder ist nicht eher die Viel-Deutigkeit das Plus der Fenster und damit das Anderssehen ein wichtiger Aspekt. (Am Schluss jedes Abschnittes finden sich Abbildungen, die nur den Wunsch verstärken, augenscheinlich vor die Kunstfenster zu treten.) „Anderssehen in räumlichen Wechselspielen“ tituliert schließlich das Kapitel zur Reflexion über die theologische Perspektive. Darin geht es der Vfin. Darum, „in der Fremdheit eines Kirchenraumes wie an der Irritation durch zeitgenössische Kunst“ etwas einzuüben, was für den Glauben (nicht nur den „evangelischer Spielart“) konstitutiv ist: „die Erfahrung, dass Gott in aller Offenbarung und Bekanntheit immer noch größer und auch anders und entzogen ist“ (S. 23??). Das Wahrnehmen (in ihrer Diktion in der „Beschreibung“) der Fenster wird die Analogie zur Wahrnehmung von Religion ansichtig, wobei eine scharfe Trennung zwischen religiöser und ästhetischer Erfahrung nicht gesetzt werden kann. Das Kapitel schließt mit einem knappen Ausblick, was die Arbeit für die Kirchenpädagogik eintragen kann (S. 282-284). Vfin. Sieht die Möglichkeit eine „Veränderung des Ansatzes der Kirchenpädagogik“ zu entwickeln, wodurch diese die blinden Flecke, die bei anderen Perspektiven auf ein Kunstwerk auftauchen, markiert werden können und auch die Bereitschaft entsteht, ein Bild nicht restlos in Sprache zu übersetzen. „Dass Kunst im Raum von Kirchen solches ‚Anderssehen‘ eröffnen kann und solches ‚Anderssehen‘ bildungstheoretisch als ‚Perspektivwechsel‘ formuliert werden kann“, können auch in der Kirchenpädagogik aufgenommen werden. „Anhand des Materials im Raum … wird die formale auch religiös relevante Fähigkeit eröffnet, die Perspektive zu wechseln zwischen betrachtender Distanz und kunstgeschichtlichem Wirken einerseits und teilnehmendem Vollzug im Raum als einem religiöse geprägten andererseits“ (S. 283). Werden Kunstwerke phänomenologisch betrachtet, öffnen sie Sinn, statt ihn zu vermitteln oder darzustellen. Und das heißt für die Kirchenpädagogik einen Erschließungsbeitrag zu leisten, der der dauerhaften Deutungsbedürftigkeit von Bildern entgegenkommt und dabei Deutung freisetzt, deren Charakter als Überschuss Religion impliziert. „Kirchenräume machen eine kollektiv geteilte Sinnperspektive individuell verschieden erfahrbar. In diesem Raum kann man eintreten und zeitweise an christlicher Weltwahrnehmung partizipieren“ S. 284).

Helga Müller-Schnepper, Wie das Flammenschwert von Michael funktioniert. 125g frisches Wissen, Stuttgart : Katholisches Bibelwerk 2019. - 137 S. Hardcover. ISBN 978-3-96157-093-5. – 12,95 €
Der erste Blick fällt … auf die 125g und so wiege ich natürlich nach. Nein, die Waage zeigt mehr, wahrscheinlich weil die Buchdeckel ihr besonderes Gewicht haben. Ohne sie dürfte es hinkommen, 125g bedruckte Seiten mit Wissen, das man für die erste Orientierung und kurze Erläuterungen bei der Kirchenführung gut einsetzen kann. Die Verfasserin ist Kunsthistorikerin mit einem museumspädagogischen Background. Den spürt man. Und so ist das für die Tasche geeignete Buch sicher ein guter Begleiter, auch wenn ich als Theologe (aber das ist vielleicht auch die Binnensicht) eine andere Anordnung gewählt hätte. So fängt das Buch mit den Engeln und ihren Kontrahenten an und endet mit einem Blick bei den Klöstern als Kulturträgern.  Und bevor es mit dem Kirchengebäude und nachfolgend seinen Inhalten (Möblierung, Kunstgeschichte, Maria, Heilige, Evangelisten, Kirchenväter sodann die liturgischen Feste, Feiern und Sitten wie Gebräuche bis zum Vaterunser) losgeht wird ein Blick auf die katholische Hierarchie gelenkt. Und insgesamt ist das Buch stark auf den katholischen Raum hin bezogen. Bedauerlich finde ich, den Ambo, der zurecht im Kontext des Altares genannt wird, nur mit den Sedilien abzuhandeln und ihm von seiner Bedeutung her einen eigenen Abschnitt zu widmen. Aus religionspädag. Sicht hätte ich mir auch gewünscht, Weihwasserbecken, Taufbecken und den Abschnitt zur Taufe nicht einfach zwischen Kirchenbänke und Klingelbeutel zu setzen – oder welche Sehrichtung setzt das Buch voraus? Alles erforderliche für eine Erstinformation zum Heiligsein und zu Heiligen bieten zwei Kapitel mit den häufigsten Vertretern; daran folgt der Blick auf die Evangelisten und Kirchenpatrone, die sich ja oft erst dann zeigen, wenn man den Kirchenraum erst einmal ein Stück durchschritten hat. Bemerkenswert finde ich, das Vaterunser als eines der zentralen tradierten Gebete ein ganzes Kapitel zu widmen und neben der Form auch Hinweise zum Verstehen zu geben.  Das spricht mich sehr an. – Natürlich fallen einem Theologen ganz viele Dinge ein, die man auch sagen könnte oder müsste. Der Vfin. Ist es aber m. E. gelungen sich in der Begrenzung die Einladung zu integrieren, über die Grenzen des 125-Gramm-Wissens hinauszugehen, nachdem durch diese Form der Erstinformation Interesse geweckt werden kann. Darin steckt für mich die Kurzweil und Spannung: für den Augenblick beruhigt die Wissensunruhe entzündet zu haben. – Und übrigens: leider (oder Gott sei Dank?) weiß auch die Vfin. nicht, wie das Flammenschwert so genau funktioniert, da es der Erzengel noch nicht eingesetzt hat (vgl. S. 12).


Nadja Köffler, Petra Steinmair-Pösel, Thomas Sojer, Peter Stöger (Hrsgg.), Bildung und Liebe. Interdisziplinäre Per-spektiven, Bielefeld : Transcript-Verlag 2018. 412 S. - ISBN: 978-3-8376-4359-6. 39,99 €
Der Titel weckt unterschiedliche Assoziationen, positive wie solche der aktuellen Missbrauchsdebatte. Aber das Stichwort Liebe, das in jüngsten Bildungsdiskursen zum Tabu avancierte, findet doch auch wieder Eingang in die Fachliteratur. Der Sammelband ist ein gutes Beispiel dafür und die Lektüre bringt eine diskussionsgefüllte Auseinandersetzung zutage, die sich nicht auf einen einfachen Nenner bringen lässt. Der Band ist Ausdruck eines respektablen Suchens nach Neubesinnung u.a. in philosophischen, pädagogischen, sozialethischen wie entwicklungspsychologischen Zugängen und bringt sein Thema auch im Kontext der Missbrauchsprävention zu Wort. – Da KirchenpädagogInnen VermittlerInnen sind und damit auch Lehrende, lohnt sich besonders die Auseinandersetzung mit den philosophischen Ansätzen und deren Problemanzeigen. Daraus ein paar für mich markante Aussagen: Bildung ist ein nie abgeschlossener intersubjektiver Prozess, in dem die Liebe das Wert(voll)sein zu steigern vermag (und ihr Fehlen dieses mindert). Aus der Erfahrung der Liebe kennt man das Begehren und Begehren nach Wissen ist „Ausdruck dieser Gerichtetheit des Selbst auf Andere und Ande-res, eine unendliche Bewegung, in der sich das Selbst zual-lererst konstituiert“ (S. 154). – „Wenn sich im Lernen wie durch Bildung unser Verhältnis zu uns selbst, zu Anderen und zur Welt verändert, betrifft dies den ganzen Menschen, mitsamt seinem Leib, seinem Wahrnehmen, Fühlen, Den-ken, Spielen und Handeln. Lern- und Bildungserfahrungen schreiben sich in den Leib ein“ (S. 164). Ein vielfältiges Buch, das nicht mit einem Male gelesen ist, sondern immer wieder die Lektüre fordert.