Kirchenpädagogik aktuell Infobrief März 2019 

(1) Ein Blick durchs Land … 

 

Der Bundesverband Kirchenpädagogik e.V.  ist auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 19.-23. Juni 2019 in Dortmund mit einem Stand vertreten und wird in einer Dortmunder Kirche ein weiteres Angebot anbieten. Genaueres dazu im nächsten Infobrief.  www.kirchentag.de. 

Praxis-Beiträge gesucht: Die Zeitschrift des Bundesverbandes wird für die Ausgabe 2019 einen Schwerpunkt beim Thema ‚Kreuz‘ haben. Wer zu diesem Thema aus der Praxis eine Beispielerkundung als kurzen Beitrag liefern kann, wendet sich zur näheren Abklärung von Umfang und Abgabedatum bitte direkt an die Redaktionsleitung: germes-dohmen@bvkirchenpaedagogik.de.  

Die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen lädt am 4. Mai 2019 (9:30 bis 16 Uhr) nach Freiberg zu einem Workshoptag „Mensch und Kirchraum in Beziehung“. Über angeleitete leiblich-sinnliche Wahrnehmungen der Kirchenräume können KirchenführerInnen Menschen auch mit deren eigenen Lebens- und Glaubensfragen in Berührung bringen. An diesem Workshop- und Methodentag erkunden die Teilnehmenden nach einer Einführung die Kirche mit kirchenpädagogischen Wahrnehmungshilfen zunächst einmal selbst. Anschließend lernen Sie kirchenpädagogische Strukturen und Methoden für eine gelingende Kirchenführung kennen und probieren diese aus. Der Tag richtet sich an erfahrene KirchenführerInnen, die neue Impulse und Methoden für ihre Arbeit suchen und an solche, die sich dem Thema Kirchenführung neu widmen möchten. -  Ein Teilnahmebeitrag wird erhoben. Information und Anmeldung unter Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen www.eeb-sachsen.de bzw. info@eeb-sachsen.de

(2) Mitgeteilt … 

 

Wie Brot zu Leib wird: Kirchenpädagogischer Studientag zum Abendmahl am 13.5.2019 in Tribsees. Ein Wesensmerkmal des Christseins ist „zusammen essen“. Wenn Christen Abendmahl feiern, erinnern sie an das letzte Essen Jesu mit seinen Jüngern, das sie vor seiner Kreuzigung mit ihnen besonders verbindet. Die Kirche St. Thomas in Tribsee beherbergt einen sogenannten Mühlenaltar, in dem die geheimnisvolle Wandlung des Brotes bildlich dargestellt wird. Es ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele im deutschen Sprachraum. Unter der Leitung von Eva Stattaus und Maria Pulkenat werden bei diesem Studientag verschiedene Wurzeln und Deutungen des Abendmahls zur Sprache gebracht. Veranstalter: Pädagogisch-theologisches Institut der Nordkirche und das Zentrum Kirchlicher Dienste im Kirchenkreis Mecklenburg. Anmeldung: Dorothea Eggers, verwaltung-zentrum@elkm.de, Tel. 0381-37798752. 

Tagung „Erlebnisraum Kirche“ - Fortbildung für Kultur-, Stadt-, Landschafts-, Museums- und Kirchenführer in der Bodenseeregion am SA 06.04.2019, 10 bis 17 Uhr in Konstanz, Konzil – Speichersaal. Ausgehend vom Projekt „Kirchen, Klöster & Konzil“ befasst sich die Tagung mit dem Kirchenraum als Erlebnisraum. Die Tagung möchte sensibilisieren auf eine andere Raumwahrnehmung hin. Unterstützend werden Anknüpfungspunkte aus der Kirchen(raum)pädagogik und aus der Theaterpädagogik in Vorträgen eingeführt und exemplarisch in Workshops erlebbar gemacht.  

Kirchenorte – Glaubensorte: Kirchen entdecken am Samstag : 13. April 2019 in Bad Friedrichshall-Kochendorf, Sebastianskirche. Beate Hutzel lädt in ihre Kirche zu einer Erkundung ein. Die Kirchenführungen sind kostenlos. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Beginn: 15:00 Uhr, ca. eine Stunde und im Anschluss Kaffee, Tee und Gebäck. 

Gruppen und Methoden (an)leiten: Die Fortbildung schaut auf die Funktionsweise einer Gruppe, reflektiert die Führungs-Rolle beim (An)Leiten einer Gruppe und verbindet dies mit Fragen der Gruppendynamik in der Kirchenführung/-erkundung. Bei dieser Fortbildung lernen Teilnehmende gruppenspezifische Methoden kennen und den Umgang mit Störungen. Zu den Hinführungen treten entsprechende Übungen. ReferentIn: Silke Waibel, Diakonin, Referentin für Kirchenpädagogik, Stuttgart, und Christoph Schmitt, Referent am ifwb Rottenburg.
03.05.2019, 18.00 Uhr bis 04.05.2019, 17.00 Uhr im Johann-Baptist-Hirscher-Haus, Rottenburg; Anmeldung unter: www.institut-fwb.de/kursdetail/kurs/gruppen-und-methoden-anleiten-748 .

Symbole im Kirchenraum erschließen : Symbole sind die Sprache der Religion und christliche Kunst ein Netzwerk vorchristlicher und christlicher Symbole. Die Fortbildung trägt bei, Symbole erschließen und vermitteln zu können (Symboldidaktik) und bietet entsprechende Erschließungsübungen an. ReferentIn: Christoph Schmitt und Silke Waibel.  
31. Mai 2019 bis 01. Juni 2019, Johann Baptist Hirscher Haus, Rottenburg.  Anmeldung: www.institut-fwb.de/kursdetail/kurs/symbole-im-kirchenraum-erschliessen-symboldidaktik-749 . 

Zukunftswerkstatt Bundesverband Kirchenpädagogik: Im Zuge der Vorbereitung der Jahrestagung, die in Berlin statt-finden wird, entstand die Idee, in einer Zukunftswerkstatt gemeinsam strukturelle und inhaltliche Perspektiven für die zukünftige Verbandsarbeit des BV Kirchenpädagogik anzudenken. Zu diesem Treffen, das am 9. Mai 2019 von 11 Uhr bis 16 Uhr in der EKD in Hannover stattfinden wird, lädt der Vorstand alle interessierten Mitglieder ein. Da wir die entsprechenden Räumlichkeiten vorhalten müssen, ist für die Teilnahme eine Anmeldung unter info@bvkirchenpaedagogik.de notwendig. Herzlichen Dank!

SAVE THE DATE: Berliner Vielfalt – Was Kirchenpädagogik möglich macht… Von den Mitgliederversammlungen der letzten Jahre ging der Wunsch aus, in einer Tagung wieder stärker das „Pädagogische“ in den Mittelpunkt zu stellen. Diesen Auftrag hat das Vorbereitungsteam - Inge Hansen, Sara Herrmann, Konstantin Manthey, Vera Ostermayer – aufgenommen und wird es 2019 in Berlin umsetzen. Nach den Vorbereitungstreffen gewinnt die Berliner Jahrestagung nun ihr „Gesicht“: nicht nur die vielen touristischen Highlights in Berlin im Zentrum wollen gesehen sein, sondern auch die ganz besondere Situation und Aufgabe der Kirchenpädagogik in dieser Stadt wahrgenommen und erlebt werden. Mit einem Vortrag nimmt uns Prof. Hartmut Rupp auf den Weg und viele, auch sehr unterschiedliche Workshops machen erlebbar, was methodisch und didaktisch machbar ist; nicht zu vergessen ist die Auseinandersetzung mit den besonderen Herausforderungen einer säkularen Stadt wie Berlin. Tagungsort wird die Katholische Akademie Berlin sein (Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin). Kurzum … save the date! Jahrestagung Bundesverband Kirchenpädagogik, Do. 19.09. bis Sa. 21.09.2019.

19. Jahrestreffen der Kirchenpädagogik in der Nordkirche am 15. Juni 2019, 10:30 bis 16:30 Uhr in der Musik- und Kunst-schule ATARAXIA (Arsenalstrasse 8, 19053 Schwerin). Veranstalter ist das PTI der Nordkirche – Hamburg/Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg. Unter Leitung von Dr. Matthias Wünsche und Dr. Maria Pulkenat sind Kirchenführer*innen und Kirchenhüter*innen aus der ganzen Nordkirche zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Welche Entwicklungen lassen sich beobachten? Welche nachahmenswerten Projekte gibt es? Am und im Schweriner Dom wird exemplarisch der Frage nach „Kirche und Macht - wer hat das Sagen im Haus?“ nachgegangen. Anmeldung unter: www.pti.nordkirche.de/veranstaltungen/detail/veranstaltung/19-jahrestreffen-der-kirchenpaedagogik-in-der-nordkirche.html .

Interessante Veranstaltungen und Ausstellungshinweise bietet wieder der Newsletter  120 des Institut für Kirchbau und kirchliche Kunst der Gegenwart aus Marburg: mailchi.mp/40740d20a34c/newsletter-nr-120;

Wander-Ausstellung: ‚Zusammenspiel. Kunst im sakralen Raum‘. Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst (DG) initiierte in Kooperation mit dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst (VAH) eine Wanderausstellung, die einen Überblick über die vielfältigen jüngsten Auftragswerke aus evangelischen und katholischen Gemeinden deutschlandweit widerspiegelt.

Geplante Stationen:

Stuttgart: 5.4. bis 28.4.2019, Pfarrkirche St. Maria

Bad Windsheim: 6.7. bis 11.8.2019, Museum Kirche in Franken im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirk Mittelfranken

Duisburg: 2.9. bis 13.10.2019, Kulturkirche Liebfrauen Duisburg

Köln: 30.10. bis 21.11.2019, Maternushaus

Münster: 19.1. bis 15.3.2020, Katholisch-Soziale Akademie Franz Hitze Haus

Ludwigshafen: 7.5. bis 7.6.2020, Friedenskirche- Kulturkirche Ludwigshafen

Goslar: Ende Oktober 2020 bis Januar 2021, St. Jakobushaus

(3) Aufgelesen …

 

Barbara Steiner, Katrin Bucher Trantow, Johannes Rauchenberger, Faith, Love, Hope. Christianity Reflected in Contemporary Art / Glaube, Liebe, Hoffnung. Zeitgenössische Kunst reflektiert das Christentum, (=ikon. Bild + Theologie), Paderborn : F. Schöningh 2018. - 250 S., kart., durchgängig illustriert. ISBN 978-3-506-79281-5. – 69,00 €. 

Das Buch ist dokumentiert die umfangreiche Ausstellung in Graz, die anlässlich des Jubiläums „800 Jahre Diözese Graz-Seckau“ realisiert wurde und für die die Autoren verantwortlich zeichnen. Wer nicht die Gelegenheit hatte, diese Ausstellung im Kunsthaus Graz und KULTUM Graz wird mit dem Dokumentationsband zwar nicht den vollen Gewinn haben können, da beispielsweise Videoinstallationen nur verschriftlicht vorgestellt werden und der visuelle wie auditive Eindruck das Seine beitrug, um die Begegnung von Kunst und Christentum zu thematisieren. Und dennoch: der Band ist mehr als ein üblicher Katalog. 

Der Band, dessen Beiträge alle zweisprachig (deutsch/englisch) verfasst sind, skizziert die Ausstellung „Glaube Liebe Hoffnung“ im Kontext verwandter Ausstellungen und beschreibt ihren Akzent damit, dass sich darin „Geschichtsaufarbeitung, Gegenwartsanalyse und Ausblick in die Zukunft“ finden, wobei sie nicht den Binnendiskurs sucht, sondern sich Fragen aus einer Gesellschaft stellt, in der existentielle Fragen von Zweiflern, Enttäuschten und Interessierten gestellt werden und von Menschen, die der Kunst mehr zutrauen als der Kirche (S. 6). Schon am Titel liest sich ab, dass nicht das gängige Schema bedient werden will, sondern mit und über Kunst eine neue Debatte mit der Gesellschaft zu Grundfragen des Menschen zu stellen und zu fragen, wie christliche Werte in dieser multireligiösen und pluralen Gesellschaft ihren Platz finden, ohne dabei auf einer Defintionshoheit zu bestehen. Anhand des Ternars „Glaube Liebe Hoffnung“ entfalten die Ausstellungsmacher weitere Stichworte wie z. B. Opfer und Ritual, Schuld und Macht, Zugehörigkeit und Ausschluss oder Schmerz und Identifikation (aus denen weitere Begriffe assoziativ abgeleitet werden). die Ausstellung wird bestimmt durch die Begegnung von klassischen Kunstwerken („Sakralkunst“) und Werken international renommierter zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Diese Bezugsetzung schärft nicht nur den Blick für die implizierten Aussagen, sondern lässt auch die Problematik einer gegenwärtigen Wahrnehmung der künstlerischen Umsetzung in der Gegenwart pointierter erkennen. Hilfreich um diesen Wahrnehmungen auf die Spur zu kommen ist ein umfangreicher Beitrag vor dem Katalogteil, der ein kuratorisches Gespräch über die Ausstellung, ihr Werden und ihre Akzente dokumentiert. das literarische Gespräch führen Barbara Steiner, Katrin Bucher Trantow und Joh. Rauschenberger, die so gleichsam erzählerisch die Lesenden durch die Ausstellung führen und auf Hintergründe und Wirkungen der Werke weisen. Sicher werden Lesende auf unterschiedliche Weise angesprochen werden von den jeweiligen Themenfeldern, aber dem Rez. War die Lektüre der Abschnitte Identifikation/Nähe, Wunder/Übertragung  und Opfer / Ritual und Schuld/Macht besonders eindrückliche Themen, die zur nachhaltigen Reflexion einen Beitrag liefern und Impulsfragen auf die nächste Begegnung mit Kunstwerken mitgeben. Den zweiten Teil des Buches bildet der Katalog (deutsch/englisch) sowie Transskripte und Werkauszüge von Videoaufnahmen, Interviews, Liedern und einer Installation. Ein Künstlerinnen-Verzeichnis und biografische Skizze der AutorInnen folgen. Bemerkt werden darf, dass auch die buchbinderische und grafische / farbliche Gestaltung des Buches wirklich sehr zur Freude Lesender beiträgt, u.a. die farbigen Abhebungen der Kapitel, die durchlaufende farbliche Gestaltung der Blätter zur Bindung.

Barbara Schmid, Zukunft Sakralbau im Kontext ge-sellschaftlicher Veränderungen, (=Schriftenreihe Bau- und Immobilienmanagement; 31), Weimar : Bauhaus Universitätsverlag 2018. 163. S. durchge-hend illustriert. ISBN 978-3-95773-240-8. – 20,50 €.

Der Band dokumentiert eine interdisziplinäre Tagung im März 2014. Sie stand unter dem Vorzeichen, dass zunehmend Kirchengebäude nicht mehr gebraucht werden und dies zur Folge hat, dass sie aus dem Stadt/-Ortsbild verschwinden. Die Tagung wurde von der Fakultät Architektur und Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar interdisziplinär durchgeführt und hatte auch im Blick, bundesweit eine digitale Erfassung der Sakralbauten und ihres gesellschaftlichen Nutzens zu reflektierten. Aus theologischer Perspektive zeigten Prof. Erne und Prof. Gerhards die Bedeutung des nachsakralen Kirchenbaus bzw. die notwendige Wahrnehmung des Raums durch Theologie und Kirche auf. Beide unterstreichen die bleibende Bedeutung von Kirchenräumen über ihren liturgischen Gebrauch hinaus für die Menschen der modernen Gesellschaft (Stichwort hybrider Raum; Verweis auf den anderen). Dabei wird auch die Kirchenpädagogik explizit eingebunden in die anstehenden Transformationsprozesse, denen sich Kirchenräume gegenübersehen. Weitere Beiträge behandeln das Thema Moscheebau in Städten (Prof. Zemke, der dazu auch Prinzipien für die städtebauliche Integration formuliert) und Synagogen als Teil einer sakralen Topographie (Prof. Knufinke; in einer chronologischen Skizze zeigt er dabei u.a. auf, wie sich hier ein Prozess der Gestaltung einer Minderheitenarchitektur entfaltete und nach der Shoah die Aufgabe einer Erinnerungskultur stellt). Ein Vortrag widmete sich der Frage, wie Sakralbauten als langfristige Immobilienwerte erfasst und bewertet werden können. Antje Rösener, Mitglied des Bundesverbandes Kirchenpädagogik und viele Jahre im Vorstand desselben, skizziert die kirchenpädagogische Vermittlung von Kirchenräumen und unter welchen didaktischen Prinzipien dies geschehen soll. Aus kunstgeschichtlicher Perspektive lenkt Dr. Martin Bredenbeck den Blick auf das Stadtbild und die Rolle von Kirchenbauten darin (als Motoren von Stadtwerdung, als prägende Elemente) und wie deren Qualität benannt werden kann, um einem Stadtbild einen prägenden Einfluss zu erhalten. Zwei weitere Beiträge greifen die denkmalpflegerische Sicht auf (u.a. Sicherung der Inventarisation, Dokumentation des Veränderungsprozesses und Festhalten der städtebaulichen Bedeutung; bürgerschaftliches Engagement und Denkmalpflege als Netzwerk). Dr. Anna Körs schließlich lenkt aus soziologischer Sicht die Frage darauf, warum eine säkulare Gesellschaft im demographischen Wandel religiöse Gebäude/Räume braucht (benannt werden u.a. Räume als Kontinuitätsanker und Hilfe zur Wahrnehmung von Ordnung, kollektives Identitätssymbol, Ort menschlicher Erinnerung, Ort sozial-kulturell geprägter emotionaler Impulse). Die Kapitel 8 und 9 skizzieren die stattgefundenen Arbeitsgruppen und deren Ergebnisse, wobei die AG Pädagogik die Dimensionen der Vermittlung von Emotionen und von Wissen bes. im Kontext touristischer Besucher herausstellte; als offene Fragen blieben dort, wie religiöse Erfahrungen eingebunden werden könnten und die Rolle des Handwerks stärker sichtbar gemacht werden könnte. Eine Zusammenfassung des Expertengesprächs, ein Fazit der Tagung (u.a. Sakralbauatlas als Beitrag und Instrument zur Sicherung des kulturellen Erbes sowie zur Orientierung) und ein Ausblick sowie ein Blick in die mediale Resonanz auf die Tagung runden den Tagungsberichtsband nebst Vorstellung der ReferentInnen, TeilnehmerInnenliste und Literaturliste ab.

St. Konrad Stuttgart, hrsg. von Anton Seeberger, Katholisches Pfarramt St. Konrad, Stuttgart : Katholisches Pfarramt St. Konrad, 2017. - 112 Seiten, Illustrationen. - ISBN 978-3-00-058376-6.

Eine 50-Jahrfeier anlässlich der Kirchweihe hat die Kirchengemeinde St. Konrad zur Herausgabe eines Kirchenführers veranlasst. Die erste Hälfte widmet sich der Annäherung an die Kirchen, den Raum und seine Gestaltung der liturgischen Orte, der zweite Teil geht der Geschichte bis zum Bau einer Kapelle und dem jetzigen Kirchenbau nach, informiert über die Architekten, die letzte Renovation.  St. Konrad ist ein Beispiel modernen Kirchenbaus der 60er Jahre und gehört mit seiner Lage auf dem Stafflenberg in Stuttgart zu den offensichtlich prägenden Bauwerken. Dem entsprechen auch die Gestaltung und Ausstattung der Kirche. – Der Kirchenführerteil des Buches lädt zur Entdeckung vom Außen zum Innen ein, von der Außenwahrnehmung des imposanten Turmes über die Treppe, vorbei an einer Konrads-Plastik durch den Eingangsbereich in die Kirche. Dort werden zuerst die Gefäße für die Heiligen Öle vorgestellt, bevor der Raumblick sich durch den Raum geleitet nach und nach auf die zentralen liturgischen Orte, zu den Fenstern, Apostelkreuzen und Orgel wendet. Ein ‚letzter‘ Blick nach innen gilt dann der großen Chorrückwand, bevor der Ausblick die Stadt im Tal wieder in den Blick nimmt. Ein Gang durch den Raum, der auch dem Gefühl des den Raum besuchenden Menschen entsprechen dürfte. Zur Gestaltung im Einzelnen: jeweils auf der linken Seite findet sich eine sehr gute Aufnahme des in den Blick genommenen Objekts, dem steht eine Textseite gegenüber, die sich auf wenig Text konzentriert und dabei fast immer mit einer religiösen Einordnung beginnt (kursiv gesetzt), dann die Bedeutung für heute skizziert und schließlich stenogrammmäßig in roter Schrift noch Daten wie Größe, Künstler, Jahreszahlen und Material benennt. Es sind damit immer ausreichend Informationen und Hinweise gegeben, die die Besucher der Kirche zum eigenen Betrachten, Verweilen und Nachdenken anregen. Den zweiten, im Buch nachgeordneten geschichtliche Teil liest sich umso interessanter, wenn der Kirchenraum aus der persönlichen Erfahrung und Wahrnehmung das Interesse geweckt hat. Auch hier ist das Verhältnis von Text und gut aufbereiteten Fotos angenehm ausgewogen und der Beitrag ist zugleich ein Beitrag zur Stadtbildentwicklung am Stafflenberg, zum modernen Kirchenbau Stuttgarts und zur Stuttgarter Geschichte des Katholizismus im Herzen des württembergischen Protestantismus.

(3)    Aufgelesen …

Wolfgang Vogl, Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage undHochfeste. Lesejahr C, Regensburg : Pustet 2018. 680 S., durchgehend farbig bebildert, Lesebändchen. - ISBN 978-3-7917-2999-2. € Einführungspreis bis 31.12.2018: € 29,00 (danach: € 35,00).

Vor drei Jahren erschien der erste Band mit den Meisterwer-ken der christlichen Kunst zum Lesejahr A (Matthäus), nun schließt sich der Kreis mit dem Band zum Lesejahr C (Lukas). Der Aufbau folgt dem Lesejahr, beginnt also mit dem Advent und endet mit dem Christkönigfest. Außerdem werden auch Bibelstellen liturgischer Hochfeste außerhalb der Sonntage berücksichtigt. Wolfgang Vogl ist Professor für die Theologie des geistlichen Lebens an der Universität Augsburg und als Pfarrvikar in einer Pfarreiengemeinschaft aktiv. Mit Akribie hat er im Wesentlichen zu Evangelientexten, aber auch zu den alttestamentlichen wie neutestamentlichen Perikopen der Sonntagsleseordnung Kunstwerke ausgesucht – in der Mehr-heit Werke frühchristlicher Kunst wie alter Meister, aber auch Vertreter der beginnenden Moderne und der zeitgenössi-schen Kunst (z.B. Siger Köder) -, um durch deren Erschließung den biblischen Texten Akzente und Aspekte abzugewinnen, die in der Verkündigung spirituell wichtige Perspektiven auf-zuzeigen helfen. Der Vf. arbeitet in diesem wie den vorausge-gangenen Bänden mit einer sehr hilfreichen Struktur: mit der bibeltheologischen Einführung führt er an den ausgewählten Schrifttext heran, so dass Kernaussagen aus exegetischer Sicht deutlich werden. Dem schließt sich eine wissenschaftlich fun-dierte Bilderschließung an, die den/die Betrachter*in schritt-weise und damit mit der notwendigen Langsamkeit zum Bild-inhalt führt; zuweilen wird dabei das Kunstwerk in einem grö-ßeren Horizont erschlossen, so dass die Lektüre nicht nur das Wissen, sondern auch das Staunen mehrt. Die Ausführung sind keine so zu haltende Predigt, aber selbst wenn ein/e Pre-diger*in nicht über das Kunstwerk predigen wird, gewinnt er/sie in der Lektüre bzw. der Betrachtung sehr viele geistliche Impulse. Das Buch ist für mich damit auch ein Beitrag die ei-gene Aufmerksamkeit zu fördern, auch mit Blick auf den Text, der bildlich gesehen hilft, mit dem Leben in Bezug gesetzt zu werden. Wer durch Vogls Ausführungen angestachelt wurde, mehr wissen zu wollen, dem helfen seine Anmerkungen (575-651) und ein umfangreiches Literaturverzeichnis (653-679) sowie das Abkürzungsverzeichnis und der Bildnachweis. Die Bildwiedergabe ist gelungen, besonders bei den vielen ganz- oder halbseitigen Abbildungen. Wer den einen Band hat, wird sich auch – früher oder später – die anderen Bände zulegen:

Wolfgang Vogl, Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste. Lesejahr A, 2., überarbeitete Auflage, Regensburg : Pustet 2018. - 576 S. durchgehend farbig bebildert. – ISBN 978-3-7917-2829-2. € 35,00.

Wolfgang Vogl, Meisterwerke der christlichen Kunst zu den Schriftlesungen der Sonntage und Hochfeste. Lesejahr B, Regensburg : Pustet 2017. - 608 S., durchgehend farbig bebildert. - ISBN 978-3-7917-2912-1. - € 35,00.

Stefanie Lieb, Himmelwärts. Geschichte des Kirchenbaus von der Spätantike bis heute, Berlin : Elsengold Verlag. 176. S. durchgehend illustriert. - ISBN-13: 9783944594965. – € 36,00.

In sechs großen Abschnitten und insgesamt 33 Kapiteln entfaltet die Autorin Stefanie Lieb (Privatdozentin für Kunstgeschichte an der Universität Köln und Studienleiterin für Kunst an der Katholischen Akademie Schwerte) die Anfänge des Bauens für die Gemeindeversammlung bis zu den Kirchenbauten des 21. Jahrhunderts. Den kompakt formulierten, gut lesbaren Texte merkt man ein fundiertes und zugleich auf gewinnende Vermittlung ausgerichtetes Wissen an. Die Verf.in beschreibt die jeweiligen Epochen durch Benennung der prägnanten Merkmale und sie gibt Einblick in die zugrundeliegenden geistigen Perspektiven, so beispielsweise für das frühe Christentum nennt sie auch explizit Baptisterien und Memorialbau, für die Romanik greift sie Klosterarchitektur, Kaiserdome und Bischofskirchen und das Grundprinzip romanischen Bauens bzw. den Kosmos der Bauskulptur auf. Analog greift der Abschnitt zur Gotik die Grundgedanken des Kathedralbaus auf, die Baulogistik, Konstruktionsbesonderheiten wie auch Symbolik des gotischen Kirchenbaus. Ein anderes Beispiel ist die Moderne, die die Verf. als Suchen nach einer Spiritualität beschreibt, in der die Theorien modernen Kirchenbaus (Bartning, Böhm, Schwarz, Le Corbusier) skizziert werden und ein Ausblick in den Kirchenbau des 21. Jhdt. Gewagt wird – mit der Bruder Klaus-Kapelle von Zumthor als letztem Bild, dem vor der Schlussbemerkung ein Blick in Potsdams Friedenskirche folgt.  Stefanie Lieb gelingt es außerdem, in kurzen Exkursen bemerkenswerte Themen (z.B. Salomonischer Tempel, Reliquienkult, St. Galler Klosterplan. Mittelalterliche Steinbearbeitung, Sainte Chapelle in Paris, Säulenordnungen, Zweites Vatikanisches Konzil und Kirchenbau usw.) und Personen (z. B. Villard de Honnecourt; Michelangelo, Viollet-le-Duc) aufzugreifen und somit auf wesentliche Aspekte zu verweisen. Das Buch zeigt Kontinuitäten und Fragestellungen auf. Und der Titel „Himmelwärts“ kann in all der Vielfalt ein Gemeinsames benennen. Ein nach den Kapiteln gegliedertes Literaturverzeichnis sowie ein Glossar runden den sehr gut bebilderten Band ab. Wer einem für Kirchenbauten interessierten Menschen – vielleicht auch sich selbst – ein sowohl schönes wie anregendes Geschenk machen will, der liegt mit diesem wirklich prachtvollen Buch sicher nicht falsch. Es dürfte auch zur Erstausstattung einer/s Kirchenpädagog*in sehr gut passen.

Ulrich Luz, Das Neue Testament - »Wer, Was, Wo« für Einsteiger. Unter Mitarbeit von Nicht-Theologinnen und Nicht-Theologen. In Kooperation mit dem TVZ - Theologischer Verlag Zürich, Ostfildern : Patmos 2018. 192 S., mit zahlreichen Abbildungen und Karten.  - ISBN 978-3-8436-1095-7. - € 19,00.

Dieses Buch empfehle ich, weil ich in der Arbeit in der Kir-chenpädagogik selbstverständlich immer wieder mit dem Neuen Testament in Kontakt komme. Und wie bringe ich dann mein Fachwissen gut verständlich an Menschen, die mir inte-ressiert zuhören (wollen)? Ulrich Luz ist emeritierter Professor für Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakul-tät der Universität Bern und hat gut ein Dutzend „normale“ Frauen und Männer, jüngere wie ältere, kirchennahe und kir-chenferne, Katholik*innen und Protestant*innen gewinnen können, mit ihm das Neue Testament zu lesen und kurze Dar-stellungen mit ihnen erarbeitet, die „leser-geprüft“ Nicht-Theolog*innen in verständlicher Sprache über Jesus, das frü-he Christentum und die Schriften des Neuen Testaments in-formieren. Das Buch gliedert sich in acht Teile, die man aller-dings nicht nacheinander lesen muss, sondern auch für sich mit Gewinn liest (und dann motiviert wird, weiteres zu erfah-ren). Das erste Kapitel stellt den geschichtlichen Rahmen dar (römische Besatzungszeit um die Zeitwende und frühes Juden-tum), das achte Kapitel fragt nach Entstehung und Bedeutung des Kanons des Neuen Testaments und das abschließende Ka-pitel ist eine persönliche Wahrnehmung, was es bedeutet, das Gotteswort in Menschenwort vermittelt wird. – Immer auf eineinhalb bis zwei Seiten wird ein Abschnitt der acht Kapitel (mit 73 Abschnitten) behandelt. Und es ist beeindruckend, was dort an wesentlichen Aussagen formuliert wird, die bei den Lesen Aufmerksamkeit und Verstehen fördern, etwa zum Thema Auferstehung/Auferweckung die hermeneutische Her-angehensweise, eine Lebenserfahrung, nämlich Lieben, zum Verstehen der Beschreibung heranzuziehen (S.54f.). Über-haupt finde ich das erste Kapitel zu Jesus einen zwar knappen, aber wirklich ermutigenden Angang, nach Jesus auf der Basis der neutestamentlichen Schriften zu fragen und ihn zu verste-hen zu suchen – ein bleibender Auftrag, der vor dem Wunsch-Jesus-Bild zu bewahren vermag.  Man kann die Text-abschnitte für sich lesen, wird aber immer wieder zur weite-ren Lektüre eingeladen durch Querverweise, so dass man ein-fach nicht aufhören möchte. Dem Kapitel über die Evangelien sind auch ein Abschnitt über Spruchevangelien und außerka-nonische Kindheitsevangelien eingefügt, was ich sinnvoll hal-te, da diese ja in der Geschichte ihre eigene Wirkung (bes. in der Ikonografie) entfaltet haben. Das Kapitel über die Paulus-briefe, zu dem Luz selbst bemerkt, es sei in der Knappheit der Darstellung nicht ohne weiteres ohne Bibellektüre lesbar, skiz-ziert die paulinische Biografie und stellt die einzelnen Paulus-briefe in der Abfolge ihres (vermuteten) Entstehens dar; die größeren Briefe werden dabei auch aufgeteilt in mehrere Ab-schnitte. Karten, tabellarische Übersichten zu Themen (z.B. historische wie literarische Probleme der Paulusbriefe oder der übrigen neutestamentlichen ‚Brief’-Literatur) und SW-Fotos geben den Lesenden weitere Hilfestellungen für das Herangehen an die neutestamentliche Literatur und ihre zeitli-che wie geografische Verortung. Mit einem Abkürzungsver-zeichnis endet das Buch, das für Einstieger*innen eine wirk-lich hilfreiche Orientierung bietet.

Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift Ökumenische Rundschau (67. Jahrg., 2018, Heft 4), widmet sich dem Thema: „Kirchenräume in unterschiedlichen Kontexten“ und bietet folgende Beiträge:
o    Albert Gerhards, Kirchengebäude – eine ökumenische Herausforderung
o    Christoph Klein, Kirchenburgen in Siebenbürgen – be-drohtes Kulturerbe. Nutzungskonzepte zu ihrer Rettung und Erhaltung
o    Radu Constantin Miron, Kirchennutzung und Kirchenbau orthodoxer Gemeinden in Deutschland
o    Alexander Deeg, Geistlich und geistig – Kirche und Aula. Die Universitätskirche St. Pauli in Leipzig als Herausforde-rung und Chance
o    Stefan Orth, Gleitende Wände. Das ökumenische Kirchen-zentrum Maria Magdalena in Freiburg-Rieselfeld und sei-ne beiden Gemeinden
o    Burkard Severin, Die Antwort gab der Kirchenbau – von der Pfarrkirche St. Helena zum „Dialograum Kreuzung an Sankt Helena“
o    Tobias Fritsche, Jugend(kultur) im Kirchenraum   
o    Junge Ökumeniker*innen: Henrike Rabe, Außen Kirche ‒ innen Moschee: Multireligiöse Gastfreundschaft als Chan-ce im Umnutzungsprozess

Reinhard Lambert Auer, Geschichte des Kirchenbaus : zur Ent-wicklung ab dem 19. Jahrhundert bis morgen. In: Für Arbeit und Besinnung, 72 (2018), 13, S. 17-21

Reinhard Lambert Auer, Geschichte des Kirchenbaus : von der frühen Kirche bis zur Reformationszeit. In: Für Arbeit und Be-sinnung, 72 (2018), 12, S. 22-26

Felix Neumann; Tobias Wiegelmann, Kirche im Detail: Insta-walks in Kirchen und Klöstern. In: Katechetische Blätter, 143 (2018), 4, S. 303-307

Christian Rothe, Radebeuler Kinderkirchennacht. In: Praxis Gemeindepädagogik, 71 (2018), 3, S. 28