Ein Blick durchs Land … 

SAVE THE DATE : „Eingeladen an einen ‚Anderen Ort‘“ - Kirchenpädagogik und Tourismus

Haben Sie sich schon den Termin 20.-22. September 2018 reserviert? Jahrestagung und Studientag des Bundesverbandes finden 2018 in Wittenberg statt. Ein Jahr nach den Feierlichkeiten zur Reformation sind wir in Wittenberg und widmen das Augenmerk der Kirchenpädagogik mit dem Fokus auf touristisch aufgesuchte „Andersorte“ = Kirchen. Das Jahr 2017 war für Wittenberg genau ein solches Ereigniszeitraum, in dem touristische und spirituell-religiöse Interessen zusammenfanden. Die Studientagung fragt nach dem missionarischen Potential der Kirchenpädagogik unter den Rahmenbedingungen, die sich aus einer polyphonen Religiosität speist. Darauf zu reagieren heißt die eigene Qualität dazu zu nutzen, ‚andere Orte‘ oder Andersorte [d.i. wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen darstellen] für Menschen der Gegenwart zu öffnen. Den theoretischen Background stellt die Studie des Sozialwissenschaftlichen Institutes der EKD zu Besuchertypen und -interessen in Citykirchen dar („Stadt – Tourismus – Religion", vgl. www.si-ekd.de/projekte/laufend/28004.html). Workshops werden die kirchenpädagogisch-missionarischen Perspektiven beleuchten und konkrete Formen einer Didaktik anschauen sowie die digitale Ausgestaltung (Kirchen-App) in touristisch frequentierten Kirchen kennenlernen und evaluieren. 

Rollenwechsel im Verantwortungsbereich für die Kirchenpädagogik in der evangelischen Landeskirche in Württemberg: Zum 1. Januar 2018 wechselte Benedikt Osiw aus der Tätigkeit als Landesreferent für Kirchenraumpädagogik und Mitarbeiter im Landesprädikantenpfarramt zum Oberkirchenrat; seine Aufgaben übernehmen nun Diakon Michael Schock und Diakonin Silke Waibel, letztere für den Schwerpunkt Kinder und Jugendliche.

Ausstellungen (eine -subjektive – Auswahl):  

A) Altarmalerei am Mittelrhein vom 13. bis 16. Jahrhundert im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zwischen 24. April und 22. Juli 2018 (14 teilweise großformatige Altaraufsätze und Altartafeln des christlichen Spätmittelalters stehen im Mittelpunkt u.a. die Wormser Tafeln, Altaraufsätze aus Friedberg (1370-80 und um 1430), der Siefersheimer Altar (um 1410) und der Ortenberger Altar (um 1420) sowie die Darmstädter Passionstafeln (um 1450/55), der Niedererlenbacher (1497), der Wolfskehler (1490/1500) und der Seligenstädter Altar (um 1505)). 

B) Im Vorbeigehen II/14: Sophie Danzer. 4 Wände soll es haben in der Katholischen Privatuniversität Linz, zwischen 9. April und 15. Juli 2018 (keramische Installationen, die stille Räume bilden, mit skulpturalen keramischen Objekten bedacht; außerdem Fotografien und Zeichnungen der Künstlerin). 

C) Last&Inspiration - 800 Jahre Diözese Graz-Seckau in Graz (Priesterseminar und Mausoleum der Diözese), zwischen 13. April und 14. Oktober 2018

D) Klaus Kinold: Hans Döllgast und Rudolf Schwarz. Zwei Baumeister der anderen Moderne, in Innsbruck, zwischen 9. März- 9. Juni 2018 (Klaus Kinold fotografierte u. a. Modelle und Bauten seiner Professoren; als Architekturfotograf zeigt er ein umfassendes Verständnis für ein Bauwerk und ein Bauwerk wird von ihm fotografisch so wiedergegeben, dass die Kernidee des Architekten ersichtlich wird. Die Architekten Hans Döllgast und Rudolf Schwarz sind zwei zentrale Figuren für Kinold).

Tagung in der Ev. Akademie Loccum vom 15. bis 17. Juni 2018 „Kunst und protestantische Kirche während des Nationalsozialismus“: es geht um Suchstrategien, einschlägige Fragestellungen und Deutungshilfen für den Prozess einer bundesweiten Aufarbeitung kirchlicher Kunst während des Nationalsozialismus. Weitere Arbeitsschritte sollen entwickelt werden: für die Verantwortungsträger von den Kunstreferaten über die Kirchenleitungen bis zu Kirchenvorständen. Anmeldung und Info www.loccum.de 

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin- Brandenburg führt anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 den Fotowettbewerb „Geheimnisvolle Dorfkirchen“ durch. Es geht um die 1500 alten Dorfkirchen im Land Brandenburg und Spuren, die mehrere Jahrhunderte von Glaubens-, Regional oder Kunstgeschichte dokumentieren. Info: www.altekirchen.de. Einsendungen bis 31. 8. 2018 (mailto: fotowettbewerb@altekirchen.de). 

HINSEHEN. REINHÖREN nennt sich eine Ausstellungsreihe zwischen dem 26./27. Mai und 22. Juli 2018, die die Kunst in den Kirchen aufnimmt. In sechs Hamburger Innenstadtkirchen werden Werke von international bedeutenden wie (noch) unbekannteren Künstler_innen zu sehen sein (Ai Weiwei, Rebecca Horn, Mwangi Hutter, Zhao Zhao, Gulliaume Bruere, Regina Baierl u.a.m.). Die Werke nehmen Bezug auf die jeweilige Kirche. Das ökumenische Ausstellungsprojekt zielt darauf, Kirchen als Orte der Kunst sichtbar zu machen. Kirche wie Kunst brauchen und befördern den Rückzug aus dem Lärm der Konsumwelt; beide zeigen aber auch die Würde und die Wunden der Gegenwart und halten sie im Bewusstsein und in der Erinnerung halten. Orte: Hauptkirche St. Katharinen, Hauptkirche St. Jacobi, St. Marien-Dom, St. Georgskirche am Hauptbahnhof, Kleiner Michel, Ökumenisches Forum HafenCity. Es gibt ein Begleitprogramm zur Ausstellung „HINSEHEN.REINHÖREN. Die Kunst ist in den Kirchen“ unter www.hinsehen-reinhoeren.de

Mitgeteilt … 

Das JAHRESTREFFEN DER KIRCHENPÄDAGOGIK IN DER NORDKIRCHE findet statt am 9. Juni 2018 (10 bis 17 Uhr; St. Marien Lübeck) und lädt zum Kennenlernen, Austausch und zur Fortbildung ein. St. Marien Lübeck hat viele Kunst-Schätze zu heben. Und der Ort weiß, wie man dem Touristenansturm gut begegnen kann. Die Kirchenpädagogik hat sich hier längst etabliert – der beste Ort für ein Jahrestreffen. Die Workshop-Angebote werden im Frühjahr 2018 bekannt gegeben. Veranstalter Pädagogisch-Theologisches Institut der Nordkirche; Leitung: Inge Hansen, Ilse-Marie Spitzer (St. Marien). Anmeldung bis 1.6.2018 über www.pti.nordkirche.de/veranstaltungen. 

SAKRAL-SOMMER 2018 IN LITAUEN (29.8.-3.9.2018) ist die Studienreise und Weiterbildung zur europäischen Erinnerungskultur überschrieben, die von Immo Wittig von der Otto Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau e.V. (OBAK) organisiert wird. „Sakral-Sommer“ versteht sich als abwechslungsreicher Mix unterschiedlicher Lernformate (Referate, Arbeitsgruppen, City Bond, Exkursionen, Übungen zur Raumwahrnehmung, Erfahrungsaustausch) und Lernen wird besonders durch Begegnung und durch Bewegung erfahrbar gemacht. Das Konzept entstand 2017 im Rahmen des EU-Projekts „Sakralräume als Europäische Erinnerungsorte“, gefördert von der Europäischen Union im Programm Erasmus+. Der „Sakral-Sommer 2018“ ist eine anerkannte Weiterbildung für vom Bundesverband Kirchenpädagogik zertifizierte Ausbildungen an der Katholischen Akademie in Berlin. Geistliche und Verantwortliche für Verwaltung, Renovierung und Neugestaltung von Sakralräumen, sind ebenso eingeladen wir Akteure in Kultur und Öffentlichkeitsarbeit.  Anmeldung: per E-Mail obak-eu@gmx.de, Tel. 030 / 280 96669 oder 0151 / 222 84 656. Anmeldeschluss: 1.6.2018. Mehr Informationen unter www.otto-bartning.de/angebote/sakral_sommer_litauen_2018.pdf. 

ALTÄRE ERZÄHLEN GESCHICHTEN heißt der Kurstag am 30. Juni 2018 (10 bis 17; St. Johanniskirche in Malchin). In Malchin fand der mittelalterliche Marienkrönungsaltar in eine Seitenkapelle seinen Platz, weil er Platz machte für einen klassizistischen Hochaltar. Solche Ortswechsel regen an, den Geschichten von Altären über ihre Entstehung und den Wandel der Frömmigkeit zu folgen. Methodisch gefragt ist, wie etwa Figuren solche Geschichten erzählen lassen und Besucher_innen in die Geschichten hineinnehmen? Veranstalter: Zentrum Kirchlicher Dienste im Kirchenkreis Mecklenburg; Leitung Dr. Jutta Petri und Dr. Maria Pulkenat. Anmeldung bis 12.3.2018 an Dorothea Eggers, Tel. 0381-37798752, verwaltung-zentrum@elkm.de. 

Zum KIRCHENFÜHRER_INNEN-TREFFEN lädt der Arbeitskreis Kirchenraum in der Landeskirche in Württemberg alle Absolventinnen und Absolventen der Ökumenischen Kirchenführung herzlich am 14. Juli 2018 ein. Ort des Geschehens ist in Böblingen die Paul-Gerhardt-Kirche (Berliner Str. 39, 71034 Böblingen).  Wie in Württemberg üblich werden gesellige und informative Anteil das Kirchenpädagoginnentreffen prägen. Neben aktuellen Informationen und Impulsen über das, was die württembergische Kirchenpädagogiklandschaft bietet, wird ausreichend Zeit sein, den Kontakt mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern aufzufrischen und Neues voneinander zu lernen. Nähere Informationen über das Abteilungssekretariat für Kirche, Freizeit und Tourismus und Stufen des Lebens (michaela.krapf@elk-wue.de). 

 Aufgelesen …

Christoph Beuers/ Jochen Straub, Kreativ im Kirchenraum. In: Pithan, Annebelle/ Wuckelt, Agnes (Hg.), Krise und Kreativität - Eine Suchbewegung zwischen Behinderung, Bildung und Theologie. Forum für Heil- und Religionspädagogik 8, Münster: Comenius-Institut 2015, 136-145. Der Aufsatz gibt Einblick in die Arbeit mit dem von Jochen Straub und Christoph Beuers entwickelten elementarisierten Kirchenführer, der insbesondere Menschen mit geistiger Behinderung im Blick hat. – Lesbar unter comenius.de/biblioinfothek/open_access/oa_Krise_Kreativitaet_2015.php. 

Heft 1/ 2018 der Zeitschrift „kunst und kirche“ hat den Schwerpunkt „Enthusiasmus“ und wurde redaktionell von Thorsten Nolting betreut. Im Blick ist das Jahr 1968 – eine Chiffre für „engagierten Aufbruch, gemeinsame Ziele, Ideen von Bildung und Freiheit als Erlebnis einer Generation. Der ungebremste Einsatz für die Idee des Guten, für eine bessere Welt und eine neue Form des Miteinander entsteht offensichtlich aus einem Bündel von Antrieben: aus Sehnsucht, Übermut, Engagement und Begeisterung, die sich anderen mitteilt. Der enthusiastische Aufbruch drückt sich auch im Werk von Künstlerpersönlichkeiten aus, die anregend oder begeisternd auf andere wirken.“

Nachlesbar und nachhörbar sind auf der Website des Deutschlandfunk-Radio Beiträge z. B. zu Böhms Mariendom in Neviges (http://www.deutschlandfunk.de/50-jahre-mariendom-in-neviges-beten-im-beton.2540.de.html?dram:article_id=414310 ), zu „Sakral brutal“ (Kirchen aus Beton), zur Bruder-Klaus-Kapelle des Architekten Peter Zumthor, zu Otto Bartnings Kirchen für eine verwüstete Gesellschaft u.a.m.

Die Zeitschrift „Praxis Gemeindepädagogik (PGP). Zeitschrift für evangelische Bildungsarbeit“ widmete sich im vierten Heft des Jahrgangs 2017 dem Thema Räume. Darin finden sich u.a. Beiträge wie: Tabea Langguth: Der Reichtum der Kirche an Steinen. Evangelische Kirchenräume in Zahlen; Kirchenräume. Geschichte zeigen, Haltepunkte geben, Erleben ermöglichen. Ein Gespräch mit der Architektin Sina Stiebler; Marlies Barkowski: Technik im Kirchenraum; Ansprüche und Entwicklungsideen für eine Multimediale Kirche; Die Kirche von innen her bauen … Eine Jugendkirche in Haldensleben im Norden Sachsen-Anhalts. Ein Gespräch mit Robert Neumann; Monika Bogendörfer: Aneignung und Entdeckung von Räumen durch Reinigungsdienste? Ein Beispiel aus der Arbeit mit Konfirmanden; Werner Meyknecht: Vom Rückbau zum Umbau. Projekt Dorf – Kirchen – Leben; Elke Bergt: STADTLAND Kirche: Querdenker für Thüringen 2017. Ein Projekt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland; Philipp Gloge­: Das Ende eines Dornröschenschlafes? Aktionstag in einer ungenutzten Kirche im Landkreis Sömmerda; Hans-Jürgen Kutzner: Die Kirche und der Raum. Was ein freiwilliges Engagement zur Lust am Leben beitragen kann am Beispiel der Arbeit mit Kindern; Andrea Felsenstein-Roßberg: Kirchen führen – Räume erschließen – Regionen stärken; Matthias Spenn: Räume als Pädagogen und Erzieher. Gemeindepädagogische Perspektiven. – Viel anregende Lektüre mit Blick auf die Praxis.

Katharina Kindermann, Die Welt als Klassenzimmer. Subjektive Theorien von Lehrkräften über außerschulisches Lernen, (Pädagogik), Bielefeld : transscript-Verlag 2017. 394 S. ISBN: 978-3-8376-4020-5. 49,99 €

Die Autorin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Grundschulpädagogik und am Seminar für Katholische Theologie / Religionspädagogik der Universität Siegen tätig, untersucht in ihrer Dissertation, wie Lehrpersonen das Lernen außerhalb der Schule didaktisch und methodisch strukturieren wie reflektieren, insofern für diese schulexternen Lernorte keine Didaktik vorliegt. Bei sog. Unterrichtsgängen wird die vertraute Lernumgebung verlassen und Schule findet außerhalb der Schule statt. Kindermann rekonstruiert mit der qualitativen Studie die Subjektiven Theorien von Grundschullehrkräften. Und als Beispiel greift sie die Lerngänge zum Kirchenraum auf.  Dass sie den Kirchenraum auswählt begründet sie damit, dass dieser bislang mit Blick auf Unterrichtsgänge  empirisch so gut wie nicht erforscht wurde und für diese Unterrichtsgänge keine didaktische Zurichtungen vorliegen. Besonders der Blick auf die kontextuelle Einbindung des Kirchenraums und das Wahrnehmen des Raumes und seiner Atmosphären als Teil des Erlebens sind ihr dabei wichtig; weiterhin die Niederschwelligkeit des Kirchenraums, da er leichter verfügbar ist als andere Orte wie Museen etwa; und schließlich auch die Verfügbarkeit eines universalen Programms (bestimmte Elemente finden sich überall vor, auch wenn individuelle Gestaltungen möglich sind) sprechen für Unterrichtsgänge zum Kirchenraum. Kindermann hebt als methodischen Ansatz die Kirchenraumpädagogik hervor, da diese den Raum multidimensional als Lernraum gestalten will und weil hier performativer Religionsunterricht einen angemessenen Ort findet. Weiterhin bietet dieser eine Authentizität als Lernort, weil Kirchenraum primär kein Lernort ist. Allerdings sieht sie auch die Problemstellung, die darin besteht, dass die religiöse Lesekompetenz für die vorhandene Bildwelt unterschiedlich ausgeprägt ist. Kirchenräume zu erschließen heißt unbedingt diese didaktisch aufzubereiten und damit den authentischen ‚Lern‘ort mit seiner  ‚Überkomplexität‘ erkundbar / vermittelbar zu machen. Sie weist auch darauf hin, dass der Kirchenraum eine eigene Anforderung in Richtung Verhalten Disziplin bei den Schüler_innen mit sich bringt. Schließlich sieht sie auch ein Plus darin, dass dieser Raum sich für unterschiedliche Disziplinen (Kunst, Literatur etc.) erschließen lässt. Besonders vier Dimensionen liegen für sie im Blickfeld: die liturgische, die spirituelle, die kulturelle und die auratische Dimension. Im religionspädagogischen Diskurs der Gegenwart angesichts einer pluralistischen Gesellschaft, die sich auch in der Schule abbildet, bietet die Kirchenraumpädagogik (sie verwendet diesen Begriff, um das Raumhafte hervorzuheben) ein wichtiges Konzept gegenwärtigen Religionsunterrichtes. Der Anspruch, dass Religionsunterricht auch performativ sei werde hier ebenfalls erfüllbar, denn Religionsunterricht ist mehr als Religionskunde, nämlich die Hinführung zur Ermutigung, die Frage nach Gott zu stellen. Die Begegnung mit Räumen, in denen Religion Resonanz gewinnt, mache es möglich, gelebte und gestaltete Religionspraxis zu zeigen. Damit kann die Kirchenpädagogik zur Alphabetisierung, Er-Innerung und Beheimatung einen Beitrag leisten. Darin zeige sich aber auch, dass Kirchenpädagogik keine bloß schulische Disziplin sein kann. Ein Großteil des Buches legt die qualitative Befragung von Lehrpersonen vor, in der diese im Sinne der Subjektiven Theorie darstellen, wie sie sich ein didaktisches Konzept für einen Lehrgang zum Kirchenraum entwickeln. Die Arbeit mit Stichwortkarten und deren strukturelles Anordnen zu Legebildern ergibt einen Einblick in den Entwicklungsgang und der inneren Struktur zwischen unterschiedlichen Aspekten wie Lehrkraft, Objekt Sakralraum, Lehrplan, Organisatorisches, Fachwissen, Rahmenbedingungen sowie Gestaltung des Unterrichtsgangs. Die Verbindung dieser Cluster wird dann zur anschaulichen Theorie. Der theoretische Ansatz ist sicher in seiner Komplexität für Kirchenpädagog_innen ohne größere Erfahrung mit Didaktik und Methodik (bzw. mit der entsprechenden wissenschaftlichen Perspektive) vielleicht zunächst etwas abschreckend. Doch die Lektüre der qualitativen Befragungen (der Leitfaden ist abgedruckt) sind auch für kirchenpädagogisch Aktive bei manchen Abstrichen bedeutsam. Besonders relevant könnte dieser Ansatz dann werden, wenn, wie es auch erwähnt wird, ein Gemeindemitglied einbezogen wird. Zwar geht es der Arbeit um die Erfassung eines Verfahrens zur Erhebung und Analyse Subjektiver Theorien, die das Lehren von Lehrkräften der Schule betrachten, also ein Teil der Bildungsforschung, – aber es könnte dieser Ansatz auch einmal angelegt werden auf kirchenpädagogisches Handeln als solches, um dieses Feld des Lehrens/Lernens auch mit Blick auf die künftige Ausbildung weiter zu entwickeln, gerade mit Blick auf Herausforderungen durch ein sich änderndes Publikum. 

weitere lesenswerte Aufsätze / Veröffentlichungen

Laura Otte , Partizipation macht Kirche : Vorstellungen junger Menschen hinsichtlich Sakralraum und gelebter Liturgie als Ergebnis einer qualitativ-empirischen Untersuchung im Rahmen des Projektes „Kapelle aufmöbeln“, 2016 (https://eldorado.tu-dortmund.de/handle/2003/35752) 

Johannes Bildstein, Kirchen(t)raum - den Kirchenraum mit allen Sinnen entdecken. In: Bausteine Religion. - Aachen 2017, S. 1-16.

Theologisch-praktische Quartalschrift 165. Jahrgang, Heft 2 (2017): Sakrale Räume heute.

Beate Baberske-Krohs, Liturgische Sprache ohne Worte: Paramente im Kirchenraum. In: Praxis Gemeindepädagogik 71 (2018, Heft 1), S. 45–47.

Stefanie Lieb, Kirche - offen für alle? Zur Geschichte und Funktion des öffentlichen Kirchenraums. In: Katholische Bildung 119 (2018, Heft 1/2), S. 24–32.

Zur Zukunft von Kirchengebäuden: Den Raum spüren (2017). Online verfügbar unter www.deutschlandfunk.de/zur-zukunft-von-kirchengebaeuden-den-raum-spueren.886.de.html;