Kirchenpädagogik aktuell Infobrief Mai 2021

Sehr geehrte Damen und Herrn,

Liebe Mitglieder des Bundesverbandes,

bei der Recherche nach Angeboten zu kirchenpädagogischen Erkundungen im Internet lässt sich zurzeit noch immer ablesen, dass die staatlichen wie kirchlichen Regelungen die Durchführung in Präsenz kaum möglich machen. Das ist traurig, aber vielleicht auch ein Anstoß, Überlegungen anzustellen, was jenseits der Tage mit verschlossenen Pforten mit Blick auf das Erlebte der letzten Monate mit Menschen künftig im Kirchenraum an neuen Wahrnehmungen erschlossen werden kann. Vielleicht finden Sie bei den Hinweisen auf Angebote und Ideen in diesem Info-Brief ein paar Anregungen, die Sie in die Zukunft begleiten. Es würde mich aber auch freuen, wenn Sie vielleicht Ihre Ideen mit andern teilen und sie deshalb über den Newsletter mitteilen.

Besonders hinweisen möchte ich auf die Veranstaltung de österreichischen Kolleginnen und Kollegen:
„Sichtbar werden! Kirchenpädagogische Spuren hier und dort und anderswo“ 

Herzliche Grüße

Ihr Christoph Schmitt

 

Redaktionsschluss für Mitteilungen und Informationen der nächsten Ausgabe (bitte notieren und gegebenenfalls Informationen an mich senden): Dienstag, 15.06.2021 (erscheint Juli 2021)

Ein Blick durchs Land …

(1) Ein Blick durchs Land …

Ein Beispiel, wie sich akademische Lehre und die Praxis der Kirchenpädagogik gut ergänzen zeigt das Projekt zwischen Uni Paderborn und dem Paderborner Dom: Informationen dazu bietet die Internetseite: Kulturwissenschaften  -  Kirchenraumpädagogischer und hochschuldidaktischer Hintergrund (Universität Paderborn) (uni-paderborn.de).

 

Der Gemeindedienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland teilt zwar auf seiner Homepage mit, dass es 2021 keinen Fachkongress Kirche und Tourismus geben wird. Dafür bietet die Seite aber einen Hinweis und den Zugang zu einem Webinar aus dem Jahr 2020: Die Entdeckung der Langsamkeit – Auf Spurensuche zwischen Slow Tourism und Kirche. Neben Ergebnissen einer Befragung geht es um die Relevanz von Entschleunigung und Langsamkeit im Urlaub und wie diese von Urlaubern bei kirchlich organisierten Angeboten und Informationen wahrgenommen werden. Die Aufzeichnung des Webinars (Dauer ca. 1 Stunde) findet sich unter: youtu.be/0WN7H3od-dQ.

 

Das Religionspädagogische Institut Loccum lädt zum digitalen „Treffpunkt Kirchenpädagogik“ am 28. Mai 2021 (16 bis 18 Uhr) ein. Thematisch geht es an diesem Nachmittag um „Friedhofspädagogik und Erinnerungskultur“, die Leitung hat Matthias Hülsmann. Angesprochen sind kirchenpädagogische Fachkräfte, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in Kirchengemeinden, Religionslehrkräfte und Interessierte. Im Mittelpunkt des Treffpunkts 2021 stehen Impulse und Workshops aus der Praxis für die Praxis, die zum Austausch anregen wollen (Methoden, Bausteine und neue Ideen zur Friedhofspädagogik und Erinnerungskultur). Anmeldung über www.rpi-loccum.de/kh_digital.

 

Die Kirchenpädagogik im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen unter Leitung von Diakonin Bettina Lattke lädt für das zweite Halbjahr unter dem Überthema „Der Sinn der Steine“ zu interessanten Erkundungen in diversen Kirchen ein: "Die Farbe Rot" in der Johanniskirche, "Ein Garten heiliger Pflanzen" in der St. Marienkirche und "Heilige im Gewölbe" in der Johanneskirche. Näheres unter kipaedgoettingen.wir-e.de/aktuelles.

 

Tag des offenen Denkmals – 2021 unter dem Motto: „Sein & Schein - in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ (12.09.2021). Jetzt schon können Vor-Ort-Veranstaltungen angemeldet werden, aber ebenso digitale Denkmal-Formate, durch die barrierefreie Denkmalbesuche möglich sind. Mehr dazu unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

 

Eine Qualifizierung zur Kirchenführung als modulares Kursangebot mit dem Schwerpunkt „Sakralräume der Gotik“ bietet die KEB im Bistum Limburg an. Die Qualifizierung zum Kirchenführenden erfolgt als modulares und zugleich internetgestütztes Angebot. Referent*innen sind Roland Büskens, Dr. Simone Husemann und Dr. Kornelia Siedlaczek sowie Paula Martin. Die Veranstaltung findet in Frankfurt an drei Terminen statt: 10.07.20210 (9:30 bis 17:00 Uhr), 13.08.2021 (16:30 bis 19:30 Uhr), 09.10.2021 (9:30 bis 17:00 Uhr). Information und Anmeldung über KEB Wiesbaden,keb.wiesbaden@bistumlimburg.de. Anmeldeschluss ist der 28.06.2021.

 

"Methoden und Didaktik von Kirchenführungen" ist ein Angebot des Franz-Hitze-Hauses in Münster in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Gottesdienst, Bistum Münster. Das Seminar vom 3.09. bis 4.09.2021  ist der vierte Teil der Qualifizierung zur Kirchenführerin / zum Kirchenführer im Bistum Münster und behandelt: Grundprinzipien der Kirchenpädagogik; Aufbau einer Führung; Symbolsprache und Präsentation. Referentin ist Karin Breuninger, Kirchenpädagogin und Theologin, Alfeld. Nähere Informationen zur Anmeldung und den Kosten unter: www.franz-hitze-haus.de/info/21-115.

 

Das Netzwerk Kirchenpädagogik in der Evangelischen Erwachsenenbildung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bietet auf ihrer Homepage (http://www.kirchen-paedagogik.de/aktuell.php) ein „Online Tool: Kirchenführer“ an. Es möchte Gemeinden eine Hilfestellung geben, einen schriftlichen Kirchenführer zu erstellen. Dazu ist für einen gedruckten Kirchenführer eine Online-Vorlage eingestellt, „in der die Texte zur Kirche und entsprechende Fotos von den jeweiligen Interessierten selbst eingestellt werden können. Das Tool generiert ein druckfähiges pdf-Dokument, das an eine Druckerei weitergeleitet werden kann“. Außerdem soll es ausgebildete KirchenführerInnen darin unterstützen, Informationen zu ihrer Kirche und Fotos ansprechend zu präsentieren. Das Tool kann kostenfrei von Gemeinden genutzt werden. Notwendige Zugangsdaten sind über offene-kirchen@ekkw.de abrufbar.

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Mitgeteilt

Die österreichischen Kolleginnen und Kollegen in der Kirchenpädagogik laden ein zur Jahrestagung 2021, die in hybrider Form stattfindet. – Die Tagung unter dem Motto „Sichtbar werden! Kirchenpädagogische Spuren hier und dort und anderswo“ beginnt am 3. Juni mit einer Präsenzveranstaltung (16 bis 17 Uhr), bei der österreichweit für die Dauer von einer Stunde in den Kirchen der  KirchenpädagogInnen ein dezentes coronagemäßes Vermittlungsangebot für spontane Kirchenbesucher*innen angeboten wird.

Am Freitag, den 4. Juni, findet zwischen 16 und 19 Uhr online die Tagung ihre Fortsetzung unter dem Titel „Kirchenpädagogik mal drei“; in drei online-Blöcken (via Zoom) geht es um „Kirchenpädagogik zum Kennenlernen. Anliegen und Methoden unter Einbeziehung der Praxisbeispiele vom Vortag“ (16 Uhr; Sr. Ruth Pucher MC und Theresa Stampler), ab 17 Uhr um „Ein Objekt im Fokus : Kirchenpädagogik online“ (Christian Jordan) und ab 18 Uhr ist ein „Wiedersehen mit Kolleg*innen. Austausch unter Kirchenpädagog*innen“ vorgesehen. Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich unter:

INFO

ANMELDUNG

Aufgelesen

Räume als handelnde Orte: Kulturpädagogische Aneignung von (Kirchen-)Räumen | kubi-online

Ulrike Gerdiken, Professorin für Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaften im Fachbereich Soziale Arbeit der Katholischen Hochschule Mainz, blickt in diesem Beitrag auf den Kirchenraum als Bildungsraum, in dem „der Mensch sich selbst, seinen Bezug zum Göttlichen und seine Bestimmung für die Welt erkennen kann“. Die Autorin skizziert die in evangelischer und katholischer Religionspädagogik entwickelten Konzepte dieser Erschließung des Kirchenraums, in denen kultur-, theologie-, subjekt- oder erlebnisorientierte Ansätze Menschen selbst dazu befähigen sollen, „sich den Raum anzueignen und so ihren Glauben und Kirche als Heimat (wieder) zu entdecken“.
Aus ihrer Feder stammt auch die Publikation „Kirchenräume (neu) entdecken: Eine Arbeitshilfe zur Kirchenraumpädagogik“ (2018).

 

Hingewiesen sei auf die Seite der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften, Abteilung Katholische Theologie, wo sich in der „Lehrwerkstatt“ eine Zusammenstellung von 3-D-Aufnahmen für kirchenpädagogische Settings findet, die zum Erkunden als digitale Formate eingestellt sind und zum virtuellen Erkunden einladen: Lehrwerkstatt 3D Kirchenpädagogik (Katholische Theologie (uni-bamberg.de)

 

Europäische Bauhütten. Immaterielles Kulturerbe der Menschheit, hrsg. von Sabine Bengel und Dombaumeister e.V.,  Neulingen : J.S. Klotz Verlagshaus 2020. 152 S., 139 Abb. - ISBN: 978-3-948424-73-2 - 24,80 €.

Im Dezember 2020 entschied die UNESCO, das Bauhüttenwesen in das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Diese bemerkenswerte Aufnahme greift das Buch auf und stellt 18 europäische Bauhütten mit Skizzen ihrer Geschichte und ihrer besonderen Prägung vor. Einem Geleitwort und Vorwort folgt ein Abriss der Geschichte der europäischen Münster- und Domhütten, wobei diese Geschichte sich auch als Entwicklung eines Netzwerkes erweist. Denn Bauhütten verbinden alte Techniken und Traditionen mit modernen Technologien und den Anforderungen aktueller Denkmalpflegetheorien. Ihre Bedeutung wird für Isabelle Chave, Chefkuratorin für das Kulturerbe im französischen Ministerium für Kultur, dort präsent, wo die Bauhütten "täglich das Verhältnis zur Vergangenheit und die Beziehungen zu den Bürgern, darunter Laien, Touristen oder auch Spender, hinterfragen" und so "sind sie schließlich – historisch, anthropologisch, soziologisch und rechtlich gesehen – ein privilegierter Ort für die Schaffung von Kulturerbe" (S. 8). Nachzulesen ist auch der Prozess, welche Bemühungen der erfolgreichen Aufnahme der Bauhütten in das Register »Gute Praxisbeispiele« des immateriellen Kulturerbes vorausging. Auch wenn die Beiträge konzentriert sind auf wichtige Punkte der jeweiligen Bauhütte, so erhalten die Lesenden einen markanten Eindruck wie hier hochspezialisierte, standortgebundene Handwerkskunst sich einerseits mit einem einzigartigen europäischen Netzwerk zusammenfindet und diese außerdem exemplarisch deutlich machen, welche Bedeutung das immaterielle Kulturerbe zum Weltkulturerbe gehört. Großkirchen wie beispielsweise der Kölner Dom haben einen außergewöhnlichen Wert für die Menschheit - und die Praktiken der Bauhütten tragen dazu bei, diese Denkmäler zu erhalten. Das Buch zeichnet sich durch eine passende Illustration aus und lädt durch Literaturtipps zum weiteren Erkunden der Thematik ein.

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Beispiel für ein Hygienekonzept Kirchenführung und Selbstauskunftbogen

Der Arbeitsbereich Kirche und Tourismus in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat ein Hygienekonzept für Kirchenführungen im Arbeitsbereich sowie einen einfachen Selbstauskunftsbogen mit Hygieneregeln für Teilnehmer*innen an Kirchenführungen herausgegeben, das der Bundesverband in Absprache mit den Herausgebern auf seiner Homepage veröffentlicht. Es dient als Anregung für eigene Entwürfe, die mit den eigenen landeskirchlichen bzw. diözesanen resp. staatlichen Regelungen in Abstimmung gebracht werden müssen.

Hier finden Sie das Hygienekonzept 

und hier den Selbstauskunftbogen

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