Kirchenpädagogik aktuell Infobrief September 2021

Sehr geehrte Damen und Herrn,

Liebe Mitglieder des Bundesverbandes,

auf dem Weg zur Jahrestagung des Bundesverbandes habe ich für Sie einige Informationen, Aufgelesenes und Angebote der kommenden Zeit zusammengestellt, die vielleicht zum Besuch der Veranstaltung oder als Inspiration zum Nachahmen anregen oder anregen, sich in Beachtenswertes einzulesen.

Herzliche Grüße

Ihr Christoph Schmitt

 

Redaktionsschluss für Mitteilungen und Informationen der nächsten Ausgabe NOVEMBER (bitte gegebenenfalls Informationen an mich senden): Freitag, 15. Oktober 2021 (erscheint November 2021)

Ein Blick durchs Land …

(1) Ein Blick durchs Land …

Der Schweizer Kirchenbautag hat eine Dokumentation über Flexible Kirchenräume eingestellt. Dort werden Beispiele von Renovationen vorgestellt, die nicht nur den Status quo erhalten wollen, sondern die Kirchennutzung flexibel erweitern wollen. Die Datenbank enthält bisher 200 Eingaben.
"Wir möchten auf ein Thema hinweisen, das bei Sanierungen von Kirchen und Kapellen gegenwärtig immer öfter auf den Tisch kommt und hoch aktuell ist. Das Thema ist bisweilen Gegen-stand von Kontroversen sowohl innerhalb der Kirchgemein-den als auch im Gespräch zwischen Kirche und Denkmalpflege. Lösungen müssen ausgehandelt werden, Kompromissbereitschaft ist verlangt. Die Dokumentation präsentiert Beispiele, die unserer Meinung nach Vorbildcharakter haben."
Erstellt wurde die Dokumentation von Lena Pflüger und Johannes Stückelberger. Die Objekte sind recherchierbar nach Orten und Konfessionen. Über die gleiche Homepage finden sich auch zwei weitere Datenbanken, einmal zu Kirchenumnutzungen (sortiert nach Ort, Umnutzungsart, Konfession) und zum anderen zum Modernen Kirchenbau (sortiert nach Ort, Baujahr, Konfession, Bautyp, Architekt). 

 

Ausgemustert? Kirchliche Kunstwerke in Zeiten des Umbruchs. Digitale Reichenauer Künstlertage 2021, am 14.10.2021, 19:30 - 21:00 und Fr. 15.10.2021, 09:00 - 16:30. Informationen und Anmeldung über: Singener Bildungszentrum.
Umbrüche in der Kirche verändern nicht nur die Pastoral, sondern sie bringen auch Veränderungen mit, durch die liturgische Orte aufgegeben werden und plötzlich sakrale Ausstattungsobjekte vor den Türen der diözesanen Depots stehen. Die potentielle Fülle erwartbarer "Abgaben" stellt die Diözesen nun zunehmend vor die Frage, was bewahrt wird, welchen Kriterien die Aufbewahrung und Sammlung folgt und wie sich vermitteln lässt, was mit den Gegenständen geschieht, die nicht deponiert werden können. Verantwortliche der Diözese Rottenburg-Stuttgart stellen sich dieser Diskussion gemeinsam mit dem Kunstverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Gesellschaft Christlicher Künstler und Künstlerinnen Freiburg. Nicht nur Verständnis für alte und moderne Kunst gilt es zu wecken, auch um die zeitgenössische Kunst im kirchlichen Raum mit ihren Möglichkeiten muss Sorge getragen werden.

 

Die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen hatte vor den Sommerferien zum 2. Werkstatt-Tag der Offenen Kirchen eingeladen. Thematisiert wurde zum einen, warum Kirchen außerhalb der Gottesdienstzeit geöffnet bleiben sollen und welche Angebote Menschen helfen, in den Offenen Kirchen zur Ruhe zu kommen und sich für spirituelle Erfahrungen zu öffnen. Impulse zu diesen Fragen konnten in unterschiedlichen Workshops gewonnen werden: Entwickeln von einfachen Kirchenführungen, das Bestimmen einer inneren Haltung und äußerer Voraussetzungen für die Gastfreundschaft in geöffneten Kirchen; ein Workshop gab den Einblick in das Werk der Orgel. Aufgegriffen wurde auch die Herausforderung, mit digitalen Möglichkeiten Kirchenräume zu erkunden. - Kirchen außerhalb der Gottesdienstzeiten zu öffnen, brauche entsprechende Signale, etwa mit dem Signet der „Verlässlich geöffneten Kirche“ oder dem der „Radwegekirche“; mit Signet gebe es eine deutlich wahrnehmbare Außenwirkung über die Kirchgemeinde hinaus.

 

Ein anregendes Ferienprojekt veranstaltete die Kirchengemeinde in Ehingen/Donau mit einer Stadtrallye auf den Spuren von Heiligen-Darstellungen. Es gibt dazu einen Bericht und ein Video

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Mitgeteilt

„Ich zeig dir meine Kirche!“ Vierteiliges Online-Seminar.
Bild, Video und Ton können eingesetzt werden, um ein Porträt der Kirche zu erstellen, die am Herzen liegt. Dabei kommt es nicht auf Vollständigkeit an, vielmehr auf den subjektiven Blick und die Frage, wer die Adressaten sind. Der vierteilige Workshop vermittelt die technischen Grundlagen für das Fotografieren und Filmen mit dem Smartphone. Übungen mit der Kamera und der Austausch untereinander schulen die Wahrnehmung und Kreativität. Hinweise zur Bildgestaltung, Bildbearbeitung und zum nützlichen Zubehör lassen den Umgang mit der Kamera sicherer werden.
Der Kurs online findet in vier Zoom-Meetings statt. Eine technische Einführung dafür ist im Vorfeld auf Anfrage möglich. Zwischen den Treffen in der Gruppe sind kleine Aufgaben zur Vertiefung des Gelernten und zur Vorbereitung auf das Folgetreffen vorgesehen. Teilnahmevoraussetzung: eigenes Mobiltelefon mit Kamerafunktion (Smartphone). Termine: 04.10.2021; 25.10.2021; 15.11.2021; 29.11.2021, jeweils 18.30 bis 20.00 Uhr. Anmeldung bis 20.09.2021 unter Mail. Leitung: Andreas Fischer, Media Manager, Dozent für Handyfotografie; Margit Büttner, Pfarrerin, Bildungsreferentin im eeb. Veranstalter: Evangelisches Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd e.V., Simmern und Bildungszentrum Bürger-Medien e.V., Ludwigshafen.

 

Was macht die Kirchenpädagogik im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen? Bettina Lattke lädt ein zu anregenden Themen wie den Kirchenfenstern in St. Jacobi, zwischen deren Entstehung ein Jahrhundert liegt (25.09.21, 15 Uhr), oder mit ihr kann man auf Entdeckungstour in der Universitätskirche in Göttin-gen (9.10.21, 15 Uhr) gehen. Mit ihr kann auch der Frage nachgegangen werden, warum eine evangelische Kirche Marienkirche heißt (31.10.21, 15 Uhr). Was ganz Neues, nämlich eine Krankenhauskapelle zu entdecken gilt es am 7.11.21 (15 Uhr) im Krankenhaus Neu-Mariahilf in Göttingen-Weende, an deren Entwicklung Diakonin und Seelsorgerin Birgit Hecke-Behrends beteiligt war. Schließlich gilt es noch den Albanifriedhof zum Ewigkeits- und Totensonntag mit den dort begrabenen bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten zu erkunden (21.11.21, 15 Uhr). Mehr Informationen gibt es bei Bettina Lattke, E-Mail: kipaed(at)kirchenkreis-goettingen.de oder unter HP.

Kirchenführer*in werden: Kurs im Kirchenkreis Niederlausitz Oktober 2021 bis Frühjahr 2022.
Der Ausbildungskurs umfasst 6 Samstage zwischen Oktober 2021 und Frühjahr 2022 (Termine: 2.10./ 13.11./ 15.1./ 12.2./12.3./ 9.4.; jeweils von 10 bis 17 Uhr) und beginnt im Gemeindezentrum „Pfarr-scheune“ (15926 Langengrassau, Kirchstraße 1); die weiteren Lernorte richten sich nach der Herkunft der Kursteilnehmer*innen. Geleitet wird der Kurs von Maria von Fransecky, Kirchenpädagogin, Annegret Gehrmann, Beauftragte für Kunst- und Kulturgut im Kirchenkreis Niederlausitz. Mehr Informationen HIER.

 

Licht, Farbe und Raum - eine Kirchenpädagogik-Fortbildung. Tagesseminar für Religionslehrkräfte und kirchlich Interessierte.  Licht als Metapher für göttliche Nähe und Inspiration besitzt im Kirchenraum nicht nur eine theologische, sondern auch eine architektonisch und ästhetische Bedeutsamkeit. Alfred Manessier (1911-1993), der die Fenster der Liebfrauenkirche in Bremen gestaltete, stellte sich in die im 12. Jahr-hundert entwickelte „Lichtmetaphysik“ und „Lichtästhetik“. Die Tagesveranstaltung am 09. Oktober 2021 (9-16 Uhr) thematisiert die Fenster- und Lichtästhetik des Kirchenraums; abschließend wird das Birgittenkloster besucht. Geleitet wird die Fortbildung durch Uwe Fischer, Dipl. Pädagoge bei der Evangelischen Erwachsenenbildung, Referenten sind Tessen von Kameke und Hartmut Schwarz. Informationen und Anmeldungen.

Zum Thema "Erlebnisraum Kirche" bringen sich Kirchenpädagog:innen aus Baden-Württemberg ein in eine Fortbildung für Gäste-, Kirchen- und Schlossführer am 13. November 2021 in Heidelberg. An diesem Fortbildungstag geht es um die Erschließung von Kirchen für Erwachsene und Familien mit Hilfe der Kirchenraum- und der Theaterpädagogik.
Neben Vorträgen (Prof. Dr. Hartmut Rupp, Kirche - Raum - Pädagogik. Methoden zur Erkundung und Erschließung von Kirchen; Christoph Schmitt, Wenn Gott in Stein, Holz und Glas überrascht. Der Kirchenraum als liturgischer Raum; Nicole Huber, Kirchenraum trifft Theater) werden Workshops und exemplarische Führungen angeboten (Heiliggeistkirche: Der Himmel auf Erden - Das himmlische Jerusalem in der Mitte der Stadt, Susanne Betz und Dr. Vincenzo Petracca; Providenzkirche: Gelassene Toleranz - Kirche auf Kurpfälzisch, Gesche Kruse und Prof. Dr. Hartmut Rupp; Diakoniekirche: Lebensrisse - Lebensbrücken. Kirche als Ort der Verkündigung und konkreter Hilfe, Reinhard Störzner; Schlosskirche: Höfisches Leben und religiöse Praxis. Kirchen.Spiel.Raum - Impulse aus der Theaterpädagogik, Nico-le Huber; Jesuitenkirche: Spiritualität & Spirit. Frömmigkeit im Kirchenraum im Wandel der Zeit, Mirjam Umhauer; St. Anna-Kirche: Kirchenraum als Heil(igungs)-Raum. Eine kirchenpäda-gogisch-spirituelle Erschließung, Christoph Schmitt).
Eingeladen sind alle Gäste-, Kirchen- und Schlossführerinnen und -führer, insbesondere aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Anmeldung.

Aufgelesen

Guido Fuchs, Kleine Geschichte des schlechten Benehmens in der Kirche, Verlag Friedrich Pustet, Regenburg 2021. 184 S. 978-3791732466. 

Früher war nicht alles besser, beileibe nicht. Abweichendes und schlechtes Verhalten sind auch nicht einfach auf geringere Sozialisation zurückzuführen. Es gibt mancherlei Faktoren. Moden und kulturelle Veränderungen spielen dann noch ihre Rolle, etwa der Tabakgenuss in Kirchen. Den verbot Papst Urban VIII. im Jahr 1642: „So auch, wenn Uns von einem Teile des Dekanates und des Kapitels der Metropolitankirche von Sevilla mitgeteilt wird, dass sich in diesen Gegenden der Ge-brauch des Krautes, gemeinhin ‚Tabak‘ genannt, derart eingenistet hat, dass Personen beiderlei Geschlechts, ja sogar Kleriker und Priester … sogar während der Feier der hochheiligen Messe sich nicht scheuen, den Tabak mit dem Munde oder mittels der Nase zu sich zu nehmen, die heiligen Linnengewänder des Heiligtums zu besudeln und die vorgenannten Kirchen zum großen Ärgernis der Frommen unter Missachtung der heiligen Handlungen mit dem ekelhaften Geruch zu infizieren.“ (S. 83). Und wie war das mit dem Ausspucken? Das spiegelt sich schon um 600 in der Mönchsregel des hl. Kolumban wider – allerdings wird nur der gestraft, der beim Ausspucken versehentlich den Altar trifft (S. 92). Heute sind es eher besondere Klingeltöne oder das Klacken beim Fotografieren. Guido Fuchs hat Erstaunliches zusammengetragen, bis in die Gegenwart hinein. Aber das Buch ist weder eine Skandalgeschichte noch ein kulturpessimistischer Essay. Es ist einfach informativ, launig geschrieben und Lektüre für freie Zeiten.

QUARTETT-KARTENSPIEL: KIRCHE FÜR KINDER. Illustriert von Imke Trostbach, von Klaus-Martin Bresgott in Reime ge-bracht. Für Kinder ab sechs Jahren. Skat-Format 59 × 91 mm. 28 Spielkarten in Faltschachtel (Schutzgebühr 3,00 Euro zzgl. Versand bei EKDKultur

In meiner Schulzeit spielten wir Quartett um die größeren und teureren usw. Autos, Maschinen. Das EKD-Kulturbüro legt hier ein Quartett vor, das in sieben Quartetten die Themen „Petrus/Paulus/Nikolaus/Martin“, „Kirchturm/Glocke/Orgel/Gesangbuch“, „Jünger Apostel/Taufe/Pult/Kanzel“, „Engel/Jakob/Mose/David“, „Bibel/Kreuz/Altar/Kelch“ sowie „Gott Vater/Jesus Sohn/ Heiliger Geist/Mutter Maria“ und die vier Evangelisten zusammen-bringt. Die Illustrationen sind teilweise schon bekannt durch das Leporello ‚Kirche für Kinder‘. Die Zusammenstellung finde ich interessant und nachdenkenswert; bemerkenswert ist, dass durchgehend ein Mädchen / ein Junge in den Bildern integriert sind, mal auf Marias Arm (statt Jesus), mal vor dem strengen briefeschreibenden Paulus oder mit langen Trinkhalmen am Kelch. Mag sein, dass sich manche an dieser lockeren Art stören, ich finde es gerade eine kluge Art, ins Gespräch zu kommen und sich über die Art und Weise zentraler Wahrnehmungen christlicher Glaubensgestaltung und Glaubens zu unterhalten. Ab sechs Jahren – vielleicht aber auch ein Anreiz, im höheren Alter sich einmal so ungezwungen, spielerisch zu unterhalten.

Und noch ein Kartenspiel aus dem EKD-Kulturbüro gilt es hier anzuzeigen: 

QUARTETT-KARTENSPIEL: ERKANNT, BENANNT. Von Barbara Krückemeyer gezeichnet, ausgewählt und beschrieben von Klaus-Martin Bresgott. Tarot-Format 70 × 120 mm. 80 Spiel-karten in Faltschachtel (Schutzgebühr 5,00 Euro zzgl. Versand). Für alle ab zwölf Jahren.

Noch ein Quartett, dieses Mal zwanzig Einheiten (80 Karten), die motivieren, Architektur und Ikonografie des Kirchenraums zu erkennen und zu benennen. So finden sich u.a. vier Baustile, Quartette zu den Prinzipalstücken, zur Architektur und Bauteilen (ua. Gewölbe, Kapitelle, Maßwerk, Bogen), ausgewählte Frauen und Männer als Heilige, die Kirchenväter und Evangelisten sowie Symbolbilder christlicher Theologie. Den Zeichnungen liegen konkrete Vorbilder aus Kirchen zugrunde. Und in einem kleinen Textfeld werden knapp und akzentuiert Informationen gegeben. Auch hier ging mir ein gewisses Lächeln übers Gesicht bei der Quartett-Einheit Trinität: Vater, Sohn, Geist und Maria (Geburtsszene aus Neuruppin). Ich finde auch dieses Quartett reizvoll – und vielleicht wird es da auch ein Ergänzungsset geben mit z.B. typischen Symbolen aus der Ikonografie, mit Kirchentypen usw. 

theomag Nr. 130: Andreas Mertin betrachtet eine Werbeaktion aus seiner bildkritischen Perspektive: „Konnte vor 20 Jahren die Religion mit ihrer über 2000 Jahre entwickelten Bildermacht der Werbung Motive aufnötigen (etwa den Apfel als Symbol der Verführung), so bedient sich heute die Kirche selbst bei Motiven der säkularen Welt, um ihre Sache plausibel zu machen. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, dass die Kirchen ihrer eigenen Symbolik nicht mehr vertrauen und deshalb Anleihen bei der Alltags-Werbung machen oder gleich solche Werbeinstitute beauftragen, die es gar nicht mehr für nötig halten, sich religiöser Motive zu bedienen. Man kommt religionsfrei durch die Werbewelt – selbst wenn man für die Kirche Werbung macht. Ein Beispiel dafür möchte ich im Folgenden betrachten.“ Der Artikel lohnt sich zur Schärfung des eigenen Sehens. 

www.uni-bamberg.de/relpaed/lehrwerkstatt/3dkirchenpaedagogik/: die Seite zeigte Beispiele digitaler Aufarbeitung und der Darstellung von Objekten in 3D-Technik, mit der sich ein erweiterter Zugang zu Erkundung ergibt. 

Bilder, Heilige und Reliquien. Beiträge zur Christentumsge-schichte und zur Religionsgeschichte. Hrsg. von Mariano Delgado und Volker Leppin, (=Studien zur christlichen Reli-gions- und Kulturgeschichte; 28), Basel : Schwabe-Verlag / Stuttgart : Kohlhammer. 445 S. 30 Abb. ISBN 978-3-7965-4198-8 / ISBN 978-3-17-039332-5. 70 €.

Mariano Delgado, Prof. für Mittlere und Neuere Kirchenge-schichte in Freiburg (CH), und Volker Leppin, Prof. für Kirchengeschichte in Tübingen, verantworten diesen Sammelband mit 18 Beiträgen (zusätzlich: Vorwort, Einleitung, Anhang mit Personenregister, Autor:innenverzeichnis und Bildnachweis). Die Beiträge gehen auf ein Symposium 2018 in Freiburg zu-rück, bei dem interdisziplinär kirchen-, kultur-, sozial- und kunst- wie religionshistorisch Einblick gegeben wird anhand konkreter Forschungen zum Thema Heilige(nverehrung), Bilder und Reliquien. Es stellt unbedingt eine Bereicherung dar, dass hier der Blick über das Christentum hinaus nicht nur auf das Judentum geht, sondern auch auf den Islam, den Buddhismus gelenkt wird und auch totalitäre Ideologien des 20. Jahrhunderts einbezieht. Die Beiträge teilen sich auf in die Kapitel zu Bibel und Antike, Mittelalter, frühe Neuzeit und Moderne und andere Religionen. Die Beiträge, die nicht im Einzelnen hier vorgestellt werden können, habe ich nicht nur wegen einer sehr lebendigen Darstellung lustvoll gelesen, sondern darin immer wieder neue Wahrnehmungen eines Themas entdeckt. Als Kirchenpädagoge nehme ich mit, wie hilfreich die differenzierende Darstellung etwa beim Thema Bilderverbot und faktische Bildproduktion (auch im Judentum) ist bzw. die Skizzierung der theologischen Motive des reformierten Christentums, um sich vor pauschalen Urteilen zu bewahren. Entsprechend interessant ist der Beitrag zu den konkurrierenden Identitätsstrukturen im frühen Islam, die sich aus der Begegnung mit dem Christentum ergaben. Eine Einladung zum Mehrwissenwollen ist für mich der Beitrag zur Heiligenverehrung in der gegenwärtigen Orthodoxie, die auch im Blick auf das Kirchenverständnis nachdenklich macht. Wie Heiligenverehrung und Reliquien im außerreligiösen, ideologischen Kontext totalitärer Systeme wie dem Sowjetsozialismus und dem Nationalsozialismus aufgenommen werden gegen den Absolutheitsanspruch von Religion durch Umdeutung und Neusetzung ist ebenso zeitaktuell wie der Blick über Europa hinaus nach Süd- und Mittelamerika, wo die ikonografische Wahrnehmung von Mariendarstellungen deutliche Prägungen durch die andine religiöse und kulturelle Tradition aufzeigt und das eigene Gepräge des dortigen Christentums anzeigt. Wichtig sind mir die sieben Artikel zur frühen Neuzeit geworden, weil sie in ihrer differenzierten Darstellung deutlich machen, dass pauschale Urteile gegenüber der ablehnenden Haltung reformierter ‚Bild-Theologie‘ ebenso hinterfragt wer-den müssen wie auch der Blick auf die Verehrung von Heiligen und ihrer Reliquien im nachtridentinischen Katholizismus kein einfaches „weiter so“ zur vorreformatorischen Zeit war, sondern mit größerem Bedacht erfolgte, als es die mit Heiligen erfüllten Kirchenräume ahnen lassen. Einen Einblick in das Buch findet sich unter dem folgenden Link: Band 28: Bilder, Heilige und Reliquien, Mariano Delgado/Volker Leppin (Hrsg.) bei Dienst am Buch Vertriebsgesellschaft mbH (kohlham-mer.de). Zusammenfassend kann ich nur sagen: die Lektüre ist fruchtbar und lustvoll. 

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Beispiel für ein Hygienekonzept Kirchenführung und Selbstauskunftbogen

Der Arbeitsbereich Kirche und Tourismus in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat ein Hygienekonzept für Kirchenführungen im Arbeitsbereich sowie einen einfachen Selbstauskunftsbogen mit Hygieneregeln für Teilnehmer*innen an Kirchenführungen herausgegeben, das der Bundesverband in Absprache mit den Herausgebern auf seiner Homepage veröffentlicht. Es dient als Anregung für eigene Entwürfe, die mit den eigenen landeskirchlichen bzw. diözesanen resp. staatlichen Regelungen in Abstimmung gebracht werden müssen.

Hier finden Sie das Hygienekonzept 

und hier den Selbstauskunftbogen

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Ansprechperson für den Newsletter

Christoph Schmitt
E-Mail: Newsletter@bvkirchenpaedagogik.de